Was piept denn da?

Von Tina Manolis, Physiotherapeutin

Millionen Menschen leiden unter Geräuschen im Ohr. Ob brummen, piepen, dröhnen oder rauschen. Genauso vielfältig wie die Geräusche, sind auch die Ursachen.

Wer unter Tinnitus leidet, der hat oft nicht viel zu lachen. Es tut nicht weh, es ist nicht ansteckend, aber es ist zermürbend und treibt den oder die Betroffene zeitweise in den Wahnsinn.

Häufig beginnt es schleichend und manifestiert sich im Laufe der Zeit, manchmal beginnt es mit voller Wucht von jetzt auf gleich. Der Tinnitus an sich ist bis heute noch nicht tiefgehend erforscht.

Zu den vielfältigen Erklärungen gehört in erster Linie der Stress. Menschen, die in ihrem Alltag unter Dauerstress stehen, neigen eher dazu, an einem Tinnitus zu erkranken.

Aus physiotherapeutischer Sicht kommen noch andere Faktoren hinzu, die sich mit Techniken aus der physikalischen Therapie aber gut behandeln lassen. Häufig haben Tinnitus-Patienten stark verspannte Hals- , Nacken- und Schultermuskulatur. Rezidivierende Blockaden im Halswirbel- und Brustwirbelbereich wirken sich negativ auf die Symptomatik aus.

Auch der Kiefer darf bei der Betrachtung des Tinnitus nicht außer Acht gelassen werden.

Wer mit den Zähnen knirscht oder nachts zum „aufbeißen“ neigt, wer Probleme beim Burger essen hat und unter Tinnitus leidet, sollte sich eingehend von seinem oder ihrem Physiotherapeuten befunden lassen.

Auch Kopfschmerzen sind ein häufiger Begleiter von Tinnitus-Patienten. Verspannungen der Kaumuskulatur und eine damit verbundene Verschiebung der Schädelplatten dürfen nicht vergessen werden.

Manche Physiotherapeuten haben eine Zusatzausbildung im Bereich der sogenannten CMD. CMD ist die Abkürzung für eine Cranio- Mandibuläre Dysfunktion,

Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um eine Störung im Kopf und Kiefer Bereich. Ein spezieller Behandlungsansatz in Bezug auf Kiefer und Halswirbelsäule, bei dem Techniken aus der manuellen Therapie mit Techniken aus der osteopathischen Behandlung angewendet werden, kann helfen.

Hierbei untersucht der Behandler das Kiefergelenk und die Biomechanik der umgebenden Gelenke. Genau wie bei Rückenbeschwerden kann für eine Einschränkung ein erkrankter Muskel, ein blockierter Wirbel, eine falsche Statik oder eine andere Ursache vorliegen. Es ist die Aufgabe des CMD-Therapeuten dies herauszufinden und zu behandeln.

Durch eine eingehende Anamnese des Patienten kann der Therapeut häufig schon mögliche Ursachen herausfinden und andere ausschließen. Tinnitus Patienten finden häufig Erleichterung und Verbesserung nach einer CMD Behandlung.

Über den Autor