Craniosacrale Osteopathie: Entspannung bis in die Knochen

Gesund & Fit_Sondermann_MartinVon Martin Sondermann, Heilpraktiker

Im Jahr 1864 sterben drei Kinder des amerikanischen Arztes Andrew Taylor Still an Rückenmarkshautentzündung. Still beginnt, nach neuen Behandlungsansätzen zu suchen: Er erforscht das Zusammenspiel der Knochen sowie die Mechanik von Muskeln und Sehnen. Dabei stellt Still fest, dass den kranken Menschen der sanfte Druck seiner untersuchenden Hände gut tut – die Osteopathie ist geboren.

Die Craniosacrale Osteopathie ist eine sanfte und wirkungsvolle Behandlungsform, die die natürlichen Heilungsmechanismen unseres Körpers stimuliert. Der Name Craniosacrale Osteopathie setzt sich aus den Begriffen Cranium (Schädel) und Sacrum (Kreuzbein) zusammen.

Grundlage der Craniosacralen Therapie

Die Craniosacrale Osteopathie gründet sich auf der Tatsache, dass Gehirn und Rückenmark in einem flüssigen Medium „schwimmen“, dem Liquor. Diese Flüssigkeit fließt in regelmäßigem Rhythmus 6-12-mal pro Minute zwischen Kopf und Kreuzbein und ist als Craniosacraler Puls am Kopf tastbar. Dieser Rhythmus überträgt sich durch das Bindegewebe auf den ganzen Körper, was zu einer optimalen Durchblutung und Ernährung aller Körpergewebe und damit zu einer optimalen Beweglichkeit der Muskeln und des Bewegungsapparates führt. Wird die Beweglichkeit des Craniosacralen Systems durch Muskel-, Bindegewebs- oder Stoffwechselerkrankungen, Entzündungen, Unfälle, Narben usw. behindert, leidet der Mensch an Schmerzen und vielen anderen Gesundheitsstörungen, die sich schulmedizinisch nicht erklären lassen. Beispielhaft kann ein blockierter Schädelknochen ursächlich Tinnitus, Migräne, hormonelle Störungen bis hin zu Epilepsie auslösen.

Für wen eignet sich die Craniosacrale Behandlung?

Diese sanfte, manuelle Gesamtkörpertherapie eignet sich besonders für Säuglinge, Kinder und ältere Personen, sowie für Erwachsene und Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Schmerzen. Die osteopathische Behandlung für Säuglinge und Kleinkinder gehört in vielen europäischen Ländern bereits zum medizinischen Standard, um die bei einer natürlichen Geburt auftretenden Verformungen eines Neugeborenen zu überprüfen und ggf. frühzeitig zu korrigieren. Die sehr sanften manuellen Techniken führen zu einer tiefen Entspannung und Harmonisierung der Körperenergien. Es kommt zu einer verbesserten Durchblutung und Ernährung aller Körpergewebe und einer größeren Beweglichkeit der Muskeln und des Bewegungsapparates.

Ablauf der Craniosacralen Behandlung

Während einer craniosacralen Behandlung liegt der Patient angekleidet auf einer bequemen Behandlungsliege. Der Therapeut legt seine Hände leicht auf den Kopf des Patienten und stimmt sich dabei zunächst auf seinen craniosacralen Rhythmus ein. Über die ertasteten Pulsationen am Kopf macht sich der Therapeut ein Bild über eventuell vorliegende Einschränkungen. Mit gezielten, sanften Handgriffen wird das betroffene Gewebe gelöst, bis die Pulsationen uneingeschränkt ertastet werden können. Meist wird der Patient eine tiefe Entspannung bemerken, die während der gesamten 60 minütigen Behandlung andauert. Oftmals kommt es bereits dabei zu unerwartet raschen Lösungen.

Hilfreich ist die Therapie bei folgenden Krankheitsbildern: Arthritis, Asthma, AD(H)S, Rückenschmerzen, Bronchitis, Kiefergelenksbeschwerden, Muskelverspannungen, Sinusitis, Tinnitus, Stress, Depressionen, Verdauungsproblemen, Schulterverspannungen, hormonelle Störungen, Immunsystem- Störungen, Schlaflosigkeit, Regelbeschwerden, Migräne, Probleme während und nach der Schwangerschaft, Wirbelsäulenverkrümmungen, Sportverletzungen, Sehstörungen, usw.

 

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