Zwerggehölzen machen es möglich: Miniaturlandschaften in Kübeln und Kästen

Nicht alle Nadelgehölze wollen hoch hinaus. Einige Zwerg-Sorten wachsen nicht nur sehr langsam, sondern bleiben auch über die Jahre klein und kompakt. Dadurch eignen sie sich hervorragend als dauerhafter Mittelpunkt in Pflanzgefäßen.

Foto: GMH/GBV

Da sie Frost vertragen und immergrün sind, geben sie auch im Winter ein schönes Bild ab. In Kombination mit stimmigen Begleitpflanzen bilden sie interessante Miniaturlandschaften in Kästen und Kübeln.

Ursprung ist häufig ein „Hexenbesen“

Zwergbäume sind eine Laune der Natur und haben ihren Ursprung häufig als Mutation: Wenn sich das Erbgut in der Knospe eines gewöhnlichen Baumes verändert, erwächst daraus ein Ast mit besonderen Merkmalen. „Hexenbesen“ werden die Büsche aus dicken, kurzbleibenden Trieben im Volksmund genannt. Baumschulgärtner schneiden Stücke ab und setzten sie auf den Stamm gewöhnlicher Gehölze. Durch die Veredelung entstehen langsam wachsende Bäumchen, die sich im Erscheinungsbild von ihren Mutterpflanzen unterscheiden. Anders als Bonsais bleiben sie von allein klein und müssen nicht gestutzt werden. In größeren Gefäßen lassen sich Zwerggehölze problemlos mit anderen, klein bleibenden oder kriechenden Pflanzen kombinieren. Im Frühling und Sommer bieten sich zum Beispiel frostharte Polsterstauden an, für Herbst und Winter sind Heidepflanzen die idealen Begleiter.

Es gibt Sorten für Schatten und Sonne

Für einen halbschattigen bis schattigen Standort eignet sich die Muschelzypresse (Chamaecyparis obtusa ’Nana Gracilis’). Die Zweige des Zwerggehölzes sind muschelförmig verdreht und verleihen jedem Kübel oder Kasten einen Hauch von Exotik. Die Balsam-Tanne (Abies balsamea ’Piccolo’) ist ebenfalls schattenverträglich. Ihre Nadeln sind kurz und sitzen dicht an den Zweigen, was ihr ein flauschiges Aussehen verleiht. Zudem duften sie aromatisch. Das Minigehölz gedeiht gut in hohen Pflanzgefäßen, in denen es längere Wurzeln bilden kann, benötigt aber ansonsten nicht viel Platz.

Eine gute Schnittverträglichkeit zeichnet die Zwerg-Eibe (Taxus cuspidata ’Nana’) aus, die eher breit als hoch wächst. Sie eignet sich gut für Formschnitt und ist sehr robust. Die Zwerg-Kiefer (Pinus mugo pumilio) wächst kissenförmig und streckt ihre attraktiven Zweige nach oben. Pro Jahr legt die Pflanze nur etwa fünf Zentimeter zu und wird auch im Alter nicht höher als 50 bis 80 Zentimeter. Elegant wirkt Zwerg-Wacholder (Juniperus squamata) durch die bläuliche Farbe seiner Nadeln. Es gibt sowohl kriechende Sorten, deren Zweige über den Rand des Pflanzgefäßes wachsen, als auch Sorten mit kompakt-rundem Wuchs.

Eines haben alle Sorten gemeinsam: Sie bieten Sommer wie im Winter einen schönen Blickfang in Kästen und Kübeln und lassen sich vielfältig kombinieren.

Expertentipp:

Gefäß und Erde mit Sorgfalt wählen

Hochwertige Bepflanzungen mit Gehölzen können viele Jahre Freude bereiten. Dafür sollte auch bei der Auswahl des Gefäßes und der Erde auf Qualität geachtet werden, rät Oliver Fink. Nach Auskunft des Vorsitzenden des Verbandes der Garten-Baumschulen muss der Kübel nicht nur schön aussehen, sondern auch stabil und frostsicher sein. Da den Gehölzen nur beschränkter Platz für die Wurzeln zur Verfügung steht, sollte ihnen die Erde möglichst viel Halt bieten, damit sie auch starkem Wind standhalten. „Gewöhnliche Blumenerde oder Erde aus dem Garten ist da nicht geeignet“, sagt Fink.

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