Welcher Bodenbelag: Das kann Ihnen im Bad unter die Füße kommen

Egal, ob ein Bad völlig neu gestaltet wird oder lediglich eine wieder umkehrbare optische Auffrischung erfolgen soll: Alles beginnt mit der Entscheidung für den Bodenbelag.

Holzoptiken

Trendsetter Fliesen in Holzoptik. Foto: Villeroy & Boch

Der Boden im Bad spielt nicht nur eine tragende Rolle. Er hat auch einiges zu ertragen. Daher zählt nicht alleine sein gutes Aussehen, auf die Funktionalität kommt es ebenfalls an. Je nach gegebenen Umständen muss nämlich das, was unter die Füße kommt, ein kurzzeitiges Fluten durch den Nachwuchs ebenso verkraften wie die stetige Wärmeabgabe einer Fußbodenheizung.

 

Was eignet sich also als Basis für unsere persönliche Wellnesszentrale? Was ist bewährt, was liegt im Trend? Wir haben uns für Sie umgesehen.

Vorab – die Sache mit der Fußbodenheizung

Zwei Aspekte gilt es vor der Entscheidung für einen Boden zu beachten: Je dicker der Belag, desto höher muss die Temperatur des zirkulierenden Wassers im Bodenheizsystem sein, um den darüber liegenden Raum zu erwärmen. Je stärker allerdings das Wasser erhitzt werden muss, umso höher fallen die Heizkosten aus. Entscheidend sind demzufolge zwei physikalische Werte für den Werkstoff: ein möglichst niedriger Wärmedurchlasswiderstand sowie eine möglichst hohe Wärmeleitfähigkeit. Entsprechende Angaben für die Verlegung auf Fußbodenheizung gemäß DIN 4725 und DIN 44576 finden sich auf der jeweiligen Verpackung des von Ihnen gewählten Belags. Oder fragen Sie den Fachhandwerker.

Für alle Fälle: Fliesen

Früher waren Bodenfliesen im Bad vor allem zweckmäßig, mit den Jahren wurde ihr Aussehen jedoch immer ausgefeilter. Heute überzeugen sie zwar nach wie vor durch Robustheit und Wasserdichtigkeit, ausschlaggebend für ihren Einsatz sind jedoch zunehmend auch gestalterische Gründe. Kleine Bäder wirken durch große Fliesenformate mit entsprechend wenig Fugen größer. Mosaike erlauben individuelle Gestaltungen und erhöhen die Rutschfestigkeit. Wahre Trendsetter sind Fliesen in Beton- oder Parkettoptik. Diese imitieren täuschend echt ihre Vorbilder, ohne aber deren Nachteile zu übernehmen, etwa beim Pflegeaufwand.

Edel und zeitlos: Naturstein

Dank moderner Gewinnungs- und Verarbeitungstechnologien ist ein Naturstein-Boden im Bad nicht mehr Luxus für Wenige. Ob Marmor, Sandstein oder Schiefer – Naturstein zeugt von Individualität, denn kein Boden gleicht dem anderen. Seine zeitlose Schönheit und zurückhaltende Optik machen ihn unabhängig von Trend und Geschmack. Eine Investition fürs Leben also. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil von Naturstein ist sein großes Speichervermögen für Wärme. Hinzu kommt die Fähigkeit, gespeicherte Energie über längere Zeit in den Raum abzustrahlen. So entsteht ein überaus angenehmes Wohlfühlklima, ähnlich wie beim Kachelofen.

Überraschend gut im Bad: Holz

Ein Holzboden eignet sich nicht für das Bad? Stimmt nicht. Zudem bringt das natürliche Material viele Eigenschaften mit sich, die im Bad begehrt sind: Der Boden ist fußwarm und behaglich und ein wunderbarer optischer Kontrast zu modernen Badeinrichtungen. Wer es wagen will, muss nur ein paar Grundregeln beachten. Es eignen sich vor allem härtere Holzarten wie Eiche oder Nussbaum, die nur wenig quellen. Der Boden sollte möglichst vollflächig verklebt und mit Öl oder Wachs versiegelt werden. So kann kein Wasser eindringen. Für noch mehr Sicherheit sorgt ein Anstrich mit Bootslack, der den Holzboden selbst kurzzeitig stehendes Wasser verzeihen lässt.

Schnelle Verlegung, lange Freude: PVC

PVC, also Polyvinylchlorid, mag auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Wahl für den Badboden sein. Das eher weiche und dadurch angenehme Material hat den Vorteil, dass bei einer Renovierung die vorhandenen Fliesen nicht erst mühsam herausgestemmt werden müssen. Ein Abziehen mit Spachtelmasse reicht völlig. Danach kann der neue direkt auf den alten Belag verlegt werden. Für eine Nutzungsdauer von über 10 Jahren reicht dabei bereits eine Nutzschicht von 0,4 mm Stärke, so dass sich der Bodenaufbau insgesamt kaum erhöht. Wenn es schnell gehen soll, lohnt sich also ein Blick auf PVC. Darüber hinaus bietet er gestalterisch viele Möglichkeiten.

(Quelle: www.gutesbad.de)

 

 

Über den Autor