Von Rotznasen und Simulanten…

Giovannis_Welt

Irgendwie kam mir neulich der Begriff “Rotznase” über die Lippen. “Ist schon ein lustiges Wort”, dachte ich mir und fand im Internet einen Eintrag: Zumeist von älteren Menschen verwendet, um damit Kinder und Jugendliche zu bezeichnen, die sich frech und respektlos verhalten. Ich war wohl eher auf das Wort gekommen, weil mir die verquollene rote Schnupfnase der Kassiererin unseres Supermarktes aufgefallen war. Sollte sie nicht eher zu Hause bleiben, bevor sie mit ihren Händen sensible Lebensmittel über den Kassentisch schiebt und uns alle ansteckt? Manche übertreiben es aber auch mit ihrer vorbildlichen Arbeitsmoral. Dabei wollen sie vielleicht nur ihre Arbeitskollegen nicht im Stich lassen und schleppen sich sogar mit Fieber pünktlich zur Stechuhr.

Andere melden sich schon nach dem ersten “Hatschi” krank und wedeln glücklich mit dem gelben Schein, wie die Sänger bei Deutschland sucht den Superstar, wenn sie den Recall geschafft haben. Man hört dann Kommentare wie:” Für diesen miesen Hungerlohn und meinen blöden Chef vergeude ich sowieso schon viel zu viel von meiner kostbaren Lebenszeit.” Für diese Sorte Mensch gibt es sogar im Internet Hilfe. Da findet man z.B. unter www.krankheit-simulieren.de/wie-blau-machen/ ein paar Tipps, um richtig krank zu feiern. Als Favorit Nummer 1 der Tipps für Simulanten fand ich dort: Mit einer Magenschleimhautentzündung, also einer Entzündung der Innenhaut des Magens, kannst du locker so 2-4 Wochen oder länger krank machen. In der Statistik findet man, dass Arbeitnehmer in Deutschland ca. 19 Tage im Jahr am Arbeitsplatz fehlen. Männer sind weniger krank und die Damen holen sich schneller mal eben einen gelben Schein. Nun gut, das muss jeder selbst für sich entscheiden. Für uns Musiker kommt das Simulieren weniger in Frage, denn wer nicht auf der Bühne erscheint, verdient auch kein Geld.

Deutschland niest und hustet. Die Erkältungs- und Grippewelle, die derzeit unser Land fest im Griff hat, erwischte auch mich. So liege ich schwitzend in Embryostellung in unserem beheizten Wasserbett, trage dazu noch Schal, dicke Socken und Pudelmütze und frage mich voller Selbstmitleid, warum gerade ich…? So verbleibe ich mit einem lieben Gruß und wünsche allen anderen “Rotznasen” gute Besserung.

Hier noch ein kleiner Witz passend zum Thema:

Herr Doktor, Herr Doktor, der Simulant von Zimmer 43 ist gestorben. Sagt der Doktor: “Jetzt übertreibt er aber…!”

 

 

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