Über sieben Brücken musst Du geh’n

von Sonja Weichert

Die Gruppe „Karat“ gehörte 1979 zu den wenigen Gruppen der ehemaligen DDR, deren Musik auch in Westdeutschland Erfolge feiern konnte. „Über sieben Brücken musst Du geh’n“ wurde knapp 800.000 Mal (Wikipedia) verkauft. In den 80er Jahren wurde das Stück von Peter Maffay in einer neu arrangierten Version gespielt. In Rinteln kann man auch „…über sieben Brücken“ gehen.

Hier eine kleine Runde mit Erklärungen der Brückennamen (Quelle: Ullrich Künkel, Stadt Rinteln Lexikon). Weserbrücke, Büntebrücke und Seetorbrücke sind die bekanntesten, über die braucht man kaum noch etwas zu schreiben, da sie jeder kennt.

Weniger bekannt und dennoch interessant sind die folgenden sieben Brücken:

Aktuell_7 Brücken_Kuhbrücke 3„Kuhbrücke“

Die „Kuhbrücke“ befindet sich an der Extertalstraße und führt über den „Herrengraben“. Ihren Namen soll sie vom Viehtrieb über den tiefen Graben erhalten haben.

Aktuell_7 Brücken_Dohmbrücke„Dohm-Brücke“

Jetzt wird es besonders interessant, denn die „Dohm-Brücke“ liegt am Ende des „Gustav-Küker-Weges“. Eine offizielle Straßenbezeichnung ist das nicht, aber die Brücke führt über den Schildgraben zur Konrad-Adenauer-Straße und der genannte Weg ist die Schotterwegverlängerung der Straße „Am Weseranger“ Richtung Engern. Die Dohm-Brücke erhielt ihren Namen vom Vorstandsmitglied Robert Dohm des Verschönerungsvereins Rinteln, der sie erbaute.

Aktuell_7 Brücken_Pioniersteg 1„Pioniersteg“

Neben der ehemaligen Jugendherberge Rintelns führt eine Brücke über die Exter, die auf Anregung des Verschönerungsvereins 1966 kostengünstig von Mindener Pionieren zu Übungszwecken gebaut wurde, darum auch „Pioniersteg“.

Aktuell_7 Brücken_Heinekamp 2„Heinekampbrücke“

Am Ende der Ostertorstraße führt die „Heinekampbrücke“ zum „Heinekamp“, einem in Gartenparzellen unterteilten ehemaligen Acker- und Weideland. Als Stahlbrücke wurde sie 1909 als Ersatz für unzählige Holzbrücken erbaut. 2000 wurde sie als Betonbrücke erneuert.

Aktuell_7 Brücken_Hole-mich 1„Hole-mich-Brücke“

Die „Hole-mich-Brücke“ ist eine der schönsten Brücken mit den interessantesten Einblicken in die historische Wassersperranlage der Mühlenexter. Sie hat ihren Namen von einem Unbekannten bekommen, der 1930 über Nacht in weißer Schrift „Hole mich“ auf die Eichenwalzen des Sperrwerks schrieb. Die Eichenrollen dienten der Inbetriebnahme des Sperrwerks und warum der Unbekannte gerade „Hole mich“ auf die Walzen schrieb, ist bis heute unklar. Seitdem heißt die Brücke jedenfalls genauso wie die Inschrift.

Aktuell_7 Brücken_Spitzbuben 2„Spitzbubenbrücke“

Am Ende der Ritterstraße ist die „Spitzbubenbrücke“. Sie verbindet die Ritterstraße mit dem Dingelstedtwall. Die neue Exter – oder auch Mühlenexter – wird durch sie überquert und Walter Maack mutmaßte, dass sie ihren Namen erhielt, weil nach ihrem Bau – anfangs als Steg – die Diebe einen leichten Durchschlupf über Stadtmauer und Wall fanden. 1954 wurde der hölzerne Steg abgerissen und eine Brücke aus Beton gebaut, die wurde im Rahmen der Altstadtsanierung 1990 saniert.

Aktuell_7 Brücken_Schildgraben„Schildgrabenbrücke“

Ohne die „Schildgrabenbrücke“ gäbe es den Rundweg entlang der Weser Richtung Hafenanlage auf die Dankerser Straße nicht. Über den Fußweg an der Weser entlang gelangt man hinter der Firma „Bergsiek“ auf den Schildgraben und dort über die Brücke wieder hoch zur Dankerser Straße. 1984 legte der Verschönerungsverein Rinteln den hölzernen Steg über den Schildgraben an.

Übrigens: Die Weserbrücke wurde bereits 1223 erstmalig urkundlich erwähnt, damals allerdings noch als Holzbrücke und auch eher im Bereich der Bünte, da sich der Hauptarm der Weser damals dort befand.

Dann also nichts wie los und in unserer schönen Stadt mal über sieben Brücken geh’n, sicher auch mit der Melodie im Ohr oder auf den Lippen.

 

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