Tipps vom Gärtnermeister: Die drei Feinde

Von Gärtnermeister Karl-Heinz Zech, Rinteln

Die Balkonblumen und Terrassenkübel zeigen sich jetzt in ihrer ganzen Farbenpracht. Zeit dafür Sorge zu tragen, dass dies so bis in den Oktober hinein bleibt. Es gibt jedoch drei Feinde, die sich alle Mühe geben, dem Ehrgeiz und Blühwillen der Pflanzen ein vorzeitiges Ende zu setzen.

Garten_Tipps vom Gärtnermeister_Zech_AADer Hauptfeind der schönen Blumen ist häufig Billigerde von geringer Qualität. Minderwertige Rohstoffe werden teilweise mit Grünkompost und Klärschlämmen vermischt. Auch sind darin keine Langzeit- oder Vorratsdünger enthalten. In der Reaktion verändert sich meist der pH-Wert (Kalkgehalt) dieser Erden. So werden viele Blütenträume verhindert und Blumen vielleicht über etliche Wochen oder sogar Monate gequält, obwohl sich ihre Besitzer und Betreuer bei der Pflege doch so viel Mühe geben.

Der zweite Feind ist zu viel Wasser. Manchmal werden schicke Pflanzgefäße verwendet, die keine Wasserabzugslöcher haben oder die Löcher verstopft sind. Auch bei Wasserspeicherkästen gilt besondere Vorsicht Eine wesentliche Aufgabe erfüllt hier eine gute Gärtnererde, die auch die langanhaltende Drainage gewährleistet und nicht zusammenfällt oder verdichtet. Blumenliebhaber sollten eher etwas weniger gießen, gut kontrolliert und dosiert. Zu viel Wasser schadet den Wurzeln, die Blumen leiden oder gehen sogar ein.

Der dritte Feind ist Nährstoffmangel. Der lässt sich jedoch in die Flucht schlagen. Wer gute Blumenerde mit Langzeitdünger verwendet, hat schon mal entsprechend vorgesorgt. Je nach Produkt werden die Nährstoffe in 6 bis 15 Wochen gelöst und verbraucht. Auch häufiges Gießen wäscht Nährstoffe aus. So ist es jetzt bei Sommerwetter wichtig, die Nachversorgung zu sichern. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Flüssigdünger oder wasserlösliche Nährsalze wirken sofort beim Gießen. Es muss jedoch 1 – 2- Mal pro Woche erfolgen. Etwas bequemer geht es mit Langzeitdünger im Streuverfahren, der bei jedem Gießen für Freisetzung von Nährstoffen sorgt. Auch hier sollten hochwertige Fachprodukte eingesetzt werden. Diese enthalten die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphat, Kalium und Magnesium in besserer und höherer Konzentration. Sehr wichtig ist jedoch der Anteil an Mikronährstoffen, wie Eisen, Kupfer, Molybdän, Mangan, Bor und Zink. Mangel, auch an nur einem Nährstoff, hemmt oder verhindert sogar Wachstum und Blüte.

Also liebe Blumenfreunde, gebt Acht und schlagt die drei Feinde in die Flucht! Ich wünsche Ihnen viel Freude an der sommerlichen Blütenpracht!

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