Schön kombiniert: Gärten laden zum Naschen ein

Weinreben schmücken einen Sommer lang den Garten, liefern im frühen Herbst köstliche Früchte und zieren wenige Wochen später mit herrlich buntem Laub.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) berichtete im Frühjahr 2017 von einem insgesamt rückläufigen Obstverbrauch der Deutschen, gleichzeitig aber von einem steigenden Verzehr von Beeren. Diese Zahlen aus dem Lebensmitteleinzelhandel korrespondieren mit einem Trend, den man seit einigen Jahren im Garten beobachten kann: Immer mehr Menschen wünschen sich in einem Teil ihres Gartens Pflanzen zum Ernten – Obstgehölze, Beerensträucher, Hochbeete für Gemüse und Salate oder Kräuter und sogar Kräuterspiralen werden angelegt.
„Es geht dabei um das Erlebnis der eigenen Ernte und um Genuss, aber auch um originelle Gestaltung“, so Wolfgang Groß, Fachreferent im Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL). „Das Tüpfelchen auf dem i sind dabei Outdoorküchen, in denen die Erzeugnisse des eigenen Gartens zur Bewirtung von Freunden frisch vom Strauch verarbeitet und verzehrt werden.“

Kiwipflanzen sind wuchsfreudige und absolut winterfeste Kletterpflanzen, die vitaminreiche Früchte tragen. Foto © BGL

Gesund gepflückt
Vor allem Beerensträucher sind beliebt: Sie sind recht einfach in der Pflege und eignen sich auch für kleinere Gärten. Ob von platzsparenden Stämmchen oder an Rankhilfen befestigten Sträuchern – kleine und große Naschkatzen freuen sich im Spätsommer und Herbst an den farbenfrohen Früchtchen, die so gesund sind. Groß: „Da die meisten Beerensträucher schon in niedriger Höhe Früchte tragen, sind sie geradezu ideal für Haushalte mit Kindern. Sie können sich direkt am Strauch bedienen und einen gesunden Snack pflücken und genussvoll verzehren.“ Neben Johannisbeeren (rote, schwarze, weiße), Himbeeren (gelbe und rote) oder Stachelbeeren (weiße und rote) sind auch Heidelbeeren oder Weinreben beliebt. Manche Hobbygärtner schätzen außerdem exotische Früchte wie Feigen und Kiwis als dankbare Gartenpflanzen im Naschgarten.
Mehr noch: Beerenfrüchte lassen sich nicht nur frisch verzehren, sondern auch zu leckerem Obstkuchen, Saft und Sirup, Marmelade oder sogar Likör zubereiten. Landschaftsgärtner empfehlen Beerensträucher außerdem aus ökologischen Gründen: Während der Blüte sind sie vor allem für Bienen und andere Insekten interessante Pollen- und Nektarlieferanten und bieten den wildlebenden Tieren Lebensraum.

Nächstes Jahr wird geerntet
Viele Beerenobstpflanzen sind ganz nebenbei auch dekorativ. Sie wachsen gut an einem Klettergerüst oder einem Rankgitter und verschönern die Hauswand oder eine Pergola an der Terrasse. Weinreben schmücken einen Sommer lang den Sitzplatz, liefern im frühen Herbst köstliche Früchte und zieren wenige Wochen später mit herrlich buntem Laub.
Kiwipflanzen sind wuchsfreudige und absolut winterfeste Kletterpflanzen, die schon wegen ihres Blattwerks und der Blüten sehr attraktiv wären, aber eben auch vitaminreiche Früchte tragen. Es empfiehlt sich, die Rankgerüste vom Fachmann anbringen zu lassen, denn die ausgewachsenen Pflanzen haben mit Früchten schon ordentliches Gewicht. Groß: „Die oft gehegte Sorge vor einer Schädigung von Mauerwerk oder Putz ist bei all diesen Schling- und Kletterpflanzen unnötig. Die kletternden Beerensträucher bilden keine Haftwurzeln, sondern halten sich allein und schlingend an der Rankhilfe fest. Wichtig ist es allerdings, die neuen Triebe immer mal wieder zu kontrollieren und gegebenenfalls anzubinden.“
Für die meisten Beerensträucher ist der optimale Pflanzzeitpunkt übrigens der späte Herbst (Oktober/November).
(Quelle: BGL)

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