Schnarchen: So ist endlich Ruhe im Bett

Von Martin Sondermann, Heilpraktiker

wfg_sondermann_schnarchen_martin-sondermannJeder vierte Mann unter 60 schnarcht, bei den älteren sind es deutlich mehr. Aber wie entsteht der nächtliche Lärm? In welchen Fällen ist die Gesundheit gefährdet?

Schnarchen entsteht in den oberen Atemwegen zwischen Mund, Nase und Luftröhre. Irgendwo dort kommt es bei Schnarchern zu Vibrationen – und die machen Krach. Es gibt unterschiedliche Ursachen von Schnarchen. Man unterscheidet zwischen nasalen Schnarchern, Zungenschnarchern, Mund-Schnarchern und Schnarchern mit krankhafter Schlafapnoe:

Beim nasalen Schnarcher ist das Geräusch ein gleichmäßiges, flatteriges oder rumpelndes, grunzendes Geräusch. Manchmal kann es sich auch anhören wie das Pfeifen eines Wasserkessels. Vereinfacht dargestellt, entsteht in den verengten Atemwegen ein Unterdruck, der das Gewebe zusammenzieht, in Vibrationen versetzt und das Schnarchgeräusch entstehen lässt.

wfg_schnarchenBeim Zungenschnarcher tritt das Geräusch nur in Schüben auf. Häufig ist der Ton höher als das typische Schnarchgeräusch. Diese Art des Schnarchens tritt fast ausnahmslos beim Schlaf in Rückenlage auf. Wenn die Muskulatur der Zunge erschlafft, fällt der hintere Teil der Zunge – der Zungengrund, nach hinten in den Rachen und verengt oder blockiert dort die Atemwege.

Beim Mundschnarcher ist das Geräusch gleichmäßig rumpelnd oder schlagend. Es erinnert an das Geräusch, dass ein schlaffes Segel im Wind macht. Mundschnarchen ist auf eine Verengung des Gewebes im Übergang von der Mundhöhle zum Rachen zurückzuführen.

Bei Schnarchern mit krankhafter Apnoe entsteht ein sehr lautes Geräusch gefolgt von längeren Phasen der Stille (20 Sekunden oder mehr), danach wieder ein sehr lautes Geräusch. Diese Form wird oft auch als unrhythmisches Schnarchen beschrieben. Schlafapnoen sind gefährlich und sollten in jedem Fall von einem Experten untersucht werden. Meist ist ein Aufenthalt im Schlaflabor unabdingbar.

Lösungen je nach Schnarchtyp

Je nach Schnarchtyp werden unterschiedliche Lösungen angeboten, wie z.B. Nasenspreizer, Nasenspülungen (bei einer Erkältung sehr sinnvoll) oder Nasenoperationen. Ebenfalls im Angebot sind Mundstücke, die das Atmen durch den Mund verhindern. Durch Alkohol und Schlaftabletten werden Muskeln entspannt, was wiederum zu einer Verstärkung der Schnarchgeräusche führen kann. Schnarchrucksäcke, Anti-Schnarchgürtel oder Anti-Schnarchkissen werden für Rückenschnarcher empfohlen.

Lösungen der Craniosacralen Osteopathie

Was jedoch viel zu selten untersucht wird, ist eine Veränderung am Schädel des Patienten. Der Schädel des Menschen besteht aus 22 miteinander über Knochennähte verbundenen Knochen. Diese Knochen sind nicht fest miteinander verwachsen, sondern bewegen sich rhythmisch ca. 6 bis10 mal in der Minute. Getrieben werden diese sehr kleinen Bewegungen durch die Pulsierung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit.

Durch äußere Einflüsse wie z.B. Sturz, Zahnspangen u.ä. können Schädelknochen in ihrer Bewegung blockiert werden und dadurch entstehen Spannungen. Das ist vergleichbar mit Verspannungen im Rücken, die durch blockierte Wirbel der Wirbelsäule entstehen können.

In der craniosacralen Osteopathie werden diese Bewegungsblockaden ausfindig gemacht und mit sehr sanften Techniken behandelt. Dabei legt der Behandler seine Hände auf die Stellen, an denen er eine Störung im craniosacralen Rhythmus festgestellt hat. Er arbeitet meist mit indirekten Techniken, d.h. er erzeugt keinen Gegendruck, sondern lässt seine Hände in die Richtung gehen, in die die Knochen sich von selbst hinbewegen, hält sanft den Druck am Ende der Bewegung und wartet, bis eine Entspannung eintritt. In vielen Fällen lösen sich dadurch im Bereich der oberen Atemwege muskuläre und knöcherne Verspannungen und führen dazu, dass die Atemluft wieder ungehindert und geräuscharm fließen kann.

Es sind gerade die kleinen Dinge im Leben die hilfreich sind und das Leben wieder kostbar machen.

 

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