Schaumburger Liebesgeschichten: Hinnerk und Elizabeth aus dem Wesertal

 Historische Histörchen von Uwe Kurt Stade

Hinnerk war nun 58 Jahre alt geworden. Er war erfolgreich, charakterlich gefestigt, doch er hatte niemanden, dem er seine Liebe geben konnte. Zu viel war er berufl ich unterwegs gewesen, zweimal hatten Ehen deswegen nicht gehalten, auch wollte er keine Wochenendehe mehr führen. Also kündigte er den Job, ging in eine Kleinstadt im Landkreis Schaumburg und ließ sich dort anstellen. Schon bald verliebte er sich in eine junge Dame, sie war ein uneheliches Besatzungskind und 18 Jahre jünger. Sie war geschieden und suchte, wie er, einen Menschen, den sie lieben konnte. Eigentlich war sie viel zu jung für ihn, doch mit einem kleinen Geschenk in der Hand lud er sie zum Kaffee ein. Elizabeth ihrerseits hatte das erwartet, auch sie hatte schon lange ein kleines Geschenk für ihn in der Tasche. So fanden sie sich, Hinnerk konnte sein Glück gar nicht fassen, sollte er doch noch einen erfüllten Lebensabend bekommen? An seinem 60. Geburtstag wurde geheiratet, ein Haus war gekauft, Hinnerk ging vorzeitig in Pension, hielt Haus und Hof in Ordnung, liebte seine Frau abgöttisch, die fortan auch nur noch halbtags arbeitete, schrieb Geschichten für Zeitungen, kleine Hörspiele, engagierte sich in Kirche und Sport, er war so glücklich. Eine moderne Liebesgeschichte in Schaumburg? Doch nach einigen Jahren tauchte der Bursche wieder auf, der schon bei Elizabeth der Scheidungsgrund für ihre erste Ehe war. Es kam, wie es kommen musste. Zufällig wieder an seinem 70-jährigen Geburtstag wurde seine Ehe geschieden. Hinnerk hatte erneut niemanden, dem er seine ganze Liebe schenken sollte, Elizabeth zog mit ihrem alten/neuen Liebhaber davon, mit ihr alle Treueschwüre. Nun aber ließ sich Hinnerk erst recht nicht unterkriegen, fand eine neue Frau, mit ihr entwickelte sich eine altersmilde wunderschöne Liebe. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch dann
leben sie noch heute. Wo? In Schaumburg!

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