Musik-Tipps: Robyn Hitchcock – Robyn Hitchcock

Robyn Hitchcock wird nicht nur von einer zwar überschaubaren, aber umso treueren Fangemeinde verehrt, sondern auch von einigen Musikerkollegen wie z. B. Peter Buck von R.E.M. hoch geschätzt. Der exzentrische Künstler begann seine Laufbahn 1976 als Chef der Psychedelic- New Wave-Band The Soft Boys, deren Aushängeschild ihr 1980er Meisterwerk „Underwater Moonlight“ ist. Hitchcocks Solo-Karriere schloss sich nahtlos daran an und führte ihn über verschrobene Pop-Songs im Gedanken an Syd Barrett, dem Gründer von Pink Floyd, zu einer erlesenen, kunterbunten Singer- Songwriter-Welt, in der sich Bestandteile der Musik von John Lennon, Ray Davies, Nick Drake und der Incredible String Band wiederfinden.

Robyn Hitchcock scheint in einen Jungbrunnen gefallen zu sein: Aktuell gibt er sich aggressiv, angriffslustig und bissig. Seine Lieder sind gespickt mit prickelnden Widerhaken, scharfen Attacken, verführerischen Melodien und engagiertem Gesang. Dass er schon 64 Jahre alt ist, spielt keine Rolle. Robyn zog 2014 von London nach Nashville und in seiner dortigen Nachbarschaft wohnte der Singer/Songwriter und Produzent Brendan Benson. Er übernahm die Betreuung des neuen Werks. Und er schaffte es, den Aufnahmen den aufrührerischen Geist der Soft Boys einzuhauchen.

Das Ergebnis setzt muskulös-jugendliche Akzente und die Tracks sind ein Beispiel dafür, dass es hier im Gegensatz zum folkigen Vorgänger „The Man Upstairs“ (2014) druckvoll und markig zugeht. Hitchcock bezeichnet seine Songs wegen der bildreichen Texte gerne als Gemälde, die man anhören kann. Fans von R.E.M. oder Tom Petty sollten das unbedingt mal ausprobieren. Die Beschäftigung mit Robyn Hitchcock ist aber generell eine sehr lohnende Angelegenheit!

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