„Momentaufnahme“ des Lebens: Harald Scheibe

Nach Berufsleben als Lehrer in die Selbstständigkeit mit der Fotografie.

von Sonja Weichert

Aktuell_Portrait_Harald Scheibe (2)Die Fotografie war schon immer ein Thema im Leben von Harald Scheibe. Bereits in der Pubertät reifte das Interesse an den Momentaufnahmen, doch bis das Hobby bei ihm so richtig im Alltag ankommt, vergehen viele Jahre. Nach dem Abitur 1969 studierte Scheibe in Hannover Deutsch und Geschichte. In seiner Freizeit engagierte er sich beim Deutschen Roten Kreuz in der Bereitschaft für Bergungsdienste und wie der Zufall es wollte, traf er dort auf Gisela – seine Frau. Sie war es, die Harald Scheibe dann in ihre Heimatstadt Rinteln holte. Am Gymnasium Ernestinum absolvierte Scheibe während des Studiums ein Praktikum und einen Lehrauftrag. Nach dem Examen 1975 in Hannover blieb Scheibe dann als Referendar dort an einem Gymnasium, kehrte aber bereits 1977 zurück ans Ernestinum, und das bis zur Pensionierung im Jahr 2014. Auch hier kam schnell die Fotografie ins Spiel. In den 80er Jahren übernahm der Hobbyfotograf die Erstellung des Jahrbuches im Ernestinum, wo im Bereich der Schülerportraits ein großer Aufwand betrieben wurde. Im Privaten waren es die beiden Töchter Doris und Ingrid, die gerne als Fotomotiv für die Familienalben dienten.

Aktuell_Portrait_Harald Scheibe (1)_ADoch es wäre nicht das wahre Leben, wenn alles immer nur so kommt, wie man es gern hätte. Tochter Ingrid kam blind zur Welt und viele Dinge mussten anders im Leben organisiert werden. In der Schule hielt der Computer Einzug und die ersten Kurse in Word Multiplan, heute Excel, brachten Scheibe dazu, auch privat mit dem PC zu arbeiten. Ohnehin fand er es ziemlich wichtig, möglichst gleiche Erfahrungen vorweisen zu können, wie die Schüler sie am PC haben.

So vergingen die Jahre und in bestimmten Phasen waren die Jahre mal mehr beruflich und mal mehr privat geprägt. Immer mal wieder waren es die kleinen „Baustellen“ des Lebens, die mehr Aufmerksamkeit verlangten. So war es im Privaten viel die Elternarbeit, hier besonders an der Carl-Strehl- Schule in Marburg, dem Gymnasium für Blinde, das Tochter Ingrid besuchte. Aber auch die vom Schwiegervater geerbten acht Bienenvölker im Garten wollten Zeit und Aufmerksamkeit. Im Beruflichen gab es dann 2001 den Wechsel in die Schulleitung. Dort zeichnete Scheibe sich für die Vertretungspläne, schulische Terminplanungen und diversen anderen Aufgaben verantwortlich.

Ganz viel Herzblut steckte Harald Scheibe, der familiär schon immer einen Bezug zur Kirche hatte, in die Kirchenarbeit. Bereits 1976 wurde der heute 65-jährige in den Kirchenvorstand der St. Nikolai Kirche berufen. Er leitete den Kindergartenausschuss, führte Protokolle und wurde vom stellvertretenden Kirchenvorstand dann für sechs Jahre zum Kirchenvorstand gewählt. Scheibe wirkte bei der Neugestaltung des Gemeindebriefes mit, der nicht nur eine andere Größe sondern auch ein neues Layout bekam. Auch der Austausch und das Zusammenarbeiten der hiesigen Kirchengemeinden als Region gehörte zur spannenden Zeit in der Kircharbeit. Nach 36 Jahren ist für Scheibe aber Schluss mit Kirchenvorsteher, er ist aber noch begleitend tätig, wie zuletzt bei der Festschrift zum 777 Jahre Kirchenjubiläum.

Jetzt ist die Zeit gekommen, um sich dem eigentlichen Hobby Fotografie wieder zu widmen. Natürlich ist der dreijährige Enkelsohn Hauke immer wieder gerne das Fotomotiv des stolzen Opas, aber auch viele andere Bereiche wecken sein Interesse. Nach Beruf, Kindern und Kirche beginnt jetzt eine ganz neue Lebensphase in der Fotografie und Selbstständigkeit. Diverse Foto-Kurse besuchte Harald Scheibe bereits und speziell die Themen Portrait, Bewegung und Blitz faszinieren ihn. In einem Fotoforum tauscht Scheibe sich regelmäßig mit Gleichgesinnten aus und mit der aus der Innenstadt Galerie entstandene Gruppe „Sichtbar“ wird eine Ausstellung für Mai diesen Jahres im Kloster Möllenbeck geplant.

Aktuell_Portrait_Harald Scheibe (3)Eines der Schwerpunkte ist neben Makrofotografie auch die Stadt Rinteln. Hier hat Scheibe in einem Bildband bereits sein Können unter Beweis gestellt und neu für sich entdeckt hat er jetzt auch die „splash“ Fotos, wie etwa der Eisbär, der in Wasser eintaucht. Ideen kreativ ins Bild zu setzen ist sein Slogan für Auftragsarbeiten jeder Art. Bilder, auch gerahmt, Portraits, Kalender, Fotokarten und vieles mehr gehört zum Leistungsspektrum des Fotokünstlers. Unter www.hs-momentaufnahme. jimdo.com findet man den Internetauftritt und persönlich tritt man unter 0171/1217970 mit Scheibe in Kontakt. Und so schließt sich der Kreis, denn wie alles im Leben seine Zeit und seinen Moment hat, ist es jetzt für Harald Scheibe die Zeit der „Momentaufnahme“.

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