“live on air” aus der Krönerstraße: „Radio Jukebox“ nicht nur für Menschen mit Handicap

von Sonja Weichert

Aktuell_Portrait_Radio Opitz (3)Was die eigene Gesundheit angeht, da sind Ute und Klaus Opitz selber sehr vom Schicksal getroffen; doch den Kopf in den Sand stecken kommt für die Beiden dann doch nicht in Frage. Mit dem Web-Radio “Jukebox” bieten sie Gleichgesinnten, aber auch Menschen ohne Einschränkungen eine Plattform für sinnvolle ehrenamtliche Beschäftigung und vor allem Raum für eine neue Chance im Leben.

Klaus Opitz selbst zog es schon immer zum Mikrofon hin. Schon als kleiner Junge liebte er das Schaustellerleben und so war es ja auch schon fast vorhersehbar, dass er eines Tages dort seinen Job finden würde. Neben diversen anderen Tätigkeiten gehörte das Mikrofon zum Job dazu, mit dem der heute 48-jährige die Karussellfahrten und das bunte Treiben des Marktes ankündigte. Nach einem schweren Unfall im Jahr 2002 war der Traumjob dann allerdings nicht mehr für ihn auszuüben.

Aktuell_Portrait_Radio Opitz (2)Etwas Neues musste her und so begann das Leben mit und für das Radio. Mit dem Internetradio “Mausefalle” fing alles an und mit weiteren drei Freunden gründete Klaus Opitz am 17. Juni 2007 das Webradio “Jukebox”. 2009 spezialisierte sich die „Jukebox“ dann als Radio für Menschen mit und ohne Handicap. Seit 2011 ist auch Ute Opitz mit im Team. Über Facebook lernten sich die beiden Radiofans kennen und schon nach kurzer Zeit zog die Gelsenkirchenerin zu ihrer Liebe nach Rinteln. Auch sie ist wie ihr Mann Klaus schwerbehindert. Wo es bei Klaus das Herz und die Lunge sind, die ihm zu schaffen machen, ist es bei ihr ein Pseudotumor im Gehirn. Dazu leiden beide unter Depressionen.

Aktuell_Portrait_Radio Opitz (4)Doch mit dem Radio sehen sie ihre Chance, etwas Sinnvolles im Leben zu machen und die zahlreichen Hörer und deren Kommentare geben ihnen Recht. Manchmal, so Klaus Opitz, kommen auch beleidigende Kommentare gegen andere Menschen im Chat, doch das ist bei „Radio Jukebox“ ganz klar geregelt: “Wer lästert, fliegt!” Unterstützung gibt es durch ehrenamtliche Mitarbeiter sowie einen Programmierer aus Österreich. Finanziert wird das Radio über Spenden. Bei der Musikauswahl ist es Klaus und Ute wichtig, dass auch unbekannte Interpreten ihre Chance bekommen. Aber auch aktuelle Hits werden genauso gespielt wie moderne kirchliche Musik, die sonntags ihre eigene Zeit hat. “Alles quer Beet, und für jeden Geschmack ist etwas dabei”, so die beiden Radio-Moderatoren. Denn neben 24 Stunden Musik gibt es auch immer wieder Livemoderationen. Ab 17 Uhr heißt es “live on air” aus der Krönerstraße, wo Ute und Klaus aus ihrem kleinem “Studio” moderieren. Aber auch immer wieder zwischendurch gibt es Beiträge wie die “Schmuse-Time” mit Gedichten und Kuschelmusik und die Beiträge des kleinen “Spacken”. Die Comicfigur, die vom Ehepaar Opitz erfunden wurde, wird vom ehrenamtlichen Mitarbeiter Markus mit dem Spitznamen “Spacken” gesprochen. Er nimmt dann die kleinen und großen Macken von Musik-Künstlern aufs Korn.

Wer Lust zum Mitmachen hat und damit auch soziale Projekte unterstützen will, schaut einfach mal auf der Homepage vorbei unter www.radio-jukebox.org. Ansonsten einfach anklicken und mal reinhören!

 

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