Lifestyle-Hot Spot der Wohnung: Wohnen im Badezimmer

Wer hätte vor 25 Jahren gedacht, dass das Bad eine solch steile Karriere erfahren würde – vom reinen Funktionsraum zum Lifestyle-Vorzeigebad, vom Stiefkind des Architekten zur Paraderolle für den ambitionierten Badplaner? Das Badezimmer ist zum Aushängeschild des Hotelzimmers, des Hauses und inzwischen auch der ganz normalen Wohnung geworden. Die Weltleitmesse der Branche, die ISH in Frankfurt im März, zeigte die spannenden Entwicklungen und Trends für die nächsten Jahre.

B&W_Badtrends_2_Duravit_Paiova_5_24.tif

© Duravit AG

Trotz aller Euphorie über die positive Entwicklung des Badezimmers sind viele Entwicklungen in der breiten Masse noch nicht so recht angekommen. Ein Badezimmer wird eben nicht „mal so eben“ renoviert, denn das, so die allgemeine Meinung, ist mit viel Aufwand und Dreck verbunden. Dabei hat die Industrie in Sachen Renovation viele Lösungen – wie zum Beispiel Vorwandsysteme – entwickelt, die unkompliziert und verhältnismäßig staubfrei umgesetzt werden können. Wem das noch nicht reicht, dem sei gesagt, dass der Markt heute schon zahlreiche Innovationen bereithält, die man eher von einem Bad der Zukunft erwarten würde. Allein, es gilt sie auch zu nutzen: innovative Gestaltungskonzepte, Technologien, Materialien und Nutzungsangebote für ein Badezimmer, das das Leben nicht nur schöner, sondern auch leichter macht.

B&W_Badtrends_5_Duravit_SensoWash_Slim_02

© Duravit AG

Einfach sauber

Dusch-WCs sind nun schon von mehreren Anbietern erhältlich und versprechen einen Hygiene- und Bedienkomfort, der sich deutlich vom bisherigen Standard unterscheidet und einen historischen Wendepunkt in der allgemeinen Hygienekultur darstellt. Überhaupt kommt das Thema Hygiene endlich auch nach Europa. Denn während in Asien und in den USA hygienische Oberflächen und Produkte schon selbstverständlich sind, steigt die Nachfrage an innovativen Keramik- oder Glas-Oberflächen, spülrandlosen WCs oder Dusch-WCs hierzulande mit einiger Verzögerung – dafür aber sprunghaft. Selbst Armaturen, die einfach vom Wasseranschluss entkoppelt und in die Spülmaschine gesteckt werden können, wenn sie mal eine Grundreinigung benötigen, sind keine Zukunftsmusik – es gibt sie wirklich.

Wasser, Licht und Wärme per Fingerzeig

Vorreiter in Sachen Digitalisierung des Badezimmers ist, mit zahlreichen Innovationen im Bereich „digitale Steuerung von Wasser“, zweifelsohne Deutschland. Neben der konkreten Ansteuerung von unterschiedlichen Wasseranwendungen, Programmen und Individualfunktionen in Dusche & Co. nimmt auch das Thema Licht im Bad richtig Fahrt auf. Licht wird dank moderner LED-Technik von Badplanern gerne gezielt zur Emotionalisierung des Raumes genutzt und hebt die Raumqualität auf eine höhere Ebene. Strom brauchen mittlerweile auch zahlreiche berührungslos angesteuerte Armaturen, die zunehmend auch im privaten Heim eingesetzt werden.

B&W_Badtrends_4_Duravit_Cape_Cod_0832

© Duravit AG

Top-Trend: Wohnen im Badezimmer

Prägnante Produkte im Badezimmer sind die Badmöbel. Der Schwerpunkt bei Qualität und Design dieser Badprodukte liegt aber nicht mehr nur auf der für eine lange Lebensdauer im Feuchtbereich notwendigen Robustheit – die aktuell erhältlichen Badmöbel unterstützen auch den nachhaltigen Trend zu mehr Wohnlich- und Gemütlichkeit im Badezimmer. Funktionale Ausstattungs-Features, wie etwa viel Stauraum, Beleuchtung oder Ordnungsfunktionen, sind für alle Zielgruppen attraktiv. Die Kommando-Zentrale im Bad wird heute gerne mit einem innovativen Lichtspiegel ausgestattet – warum nicht auch gleich mit Smartphone- oder Internet-Anschluss? Noch nie konnte das Gäste-WC so schön und effizient ausgestattet werden wie derzeit, denn auch hier bieten die Badmöbelhersteller viele ansprechende und originelle Lösungen an.

Vor allem aber finden sich im Bad zunehmend Einrichtungsgegenstände wie Teppiche, Sessel oder Sofas, deren angestammter Platz eigentlich im Wohnzimmer zu suchen ist. „Wohnen im Badezimmer“ wird als Megatrend die nächsten Jahre das Interior Design dominieren. Hochwertige Möbeloberflächen, Fliesen mit Holzstrukturen, Beige-Töne, warme Farben und exklusive Akzente wie aktuelle Metalleffekte, abgerundete Kanten oder kuschelige Textilien – damit wird das Badezimmer zum trendigen Wohn- Badezimmer. Und vor allem: viel Holz ist angesagt. Daneben setzen besonders die italienischen Hersteller mit Marmor, Gold und metallischen Oberflächeneffekten bei hochwertigen Fliesen auf den aktuellen Luxus-Trend, der exklusives Lifestyle-Feeling ins Bad bringt.

B&W_Badtrends_3_ISH2015_KAMIX_CONOFLAT_WITH_LILY

© Messe Frankfurt GmbH

Top-Trend: Barriere- und Bewegungsfreiheit

Dass unsere Gesellschaft immer älter wird, ist bekannt. Auch dass das Badezimmer ein Schlüsselfaktor für lange Selbstständigkeit ist. Es braucht „nur“ einen Beinbruch und die damit einhergehende körperliche Einschränkung, um sich dessen schnell bewusst zu werden. Produkte wie eine bodenebene Dusche und ergonomische Bedienelemente gefallen nicht nur gehandicapten Bad-Nutzern und helfen, möglichst lange unabhängig zu bleiben. Oft sind es Kleinigkeiten, die das Zuhause sicherer machen – wie etwa ein Griff an der richtigen Stelle oder eine innovative Handbrause mit zusätzlichem Griff zur Erleichterung des Duschens, eine berührungslose Armatur, ein Dusch- WC oder einfach ein Notlicht, das uns auch in der Nacht den Weg zum Badezimmer zeigt. Barriere- und Bewegungsfreiheit im Bad ist daher eines der Top-Themen der Sanitärbranche.

Gesund im Badezimmer

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass das Medium Wasser eine positive Wirkung bei mehr Erkrankungen hat als gedacht. Die aktuelle Wiederbelebung der Kneipp-Kultur nimmt auch Einfluss auf das private Bad. Bei konsequenter Umsetzung dieser Philosophie empfiehlt sich sogar der Einbau von zwei Badewannen bzw. Becken, um Kalt- /Warm-Wechselbäder perfekt durchführen zu können. Gesundheitsbewusste Hausbesitzer sollten sich daher bei der Badplanung rechtzeitig über die Möglichkeiten der Wasseranwendungen informieren.

B&W_Badtrends_5a_Duravit_SensoWash

© Duravit AG

Die Zukunft ist jetzt Neben den aktuellen und realistisch umsetzbaren Trends wagt die Branche natürlich auch einen Blick in die Zukunft des Badezimmers. Das Dusch-WC mit Internet-Anschluss könnte gar zur diskreten Gesundheitszentrale avancieren, die per Sensoren die wichtigsten Messwerte direkt an den Hausarzt sendet – ein Sicherheitsnetz nicht nur für ältere, sondern auch für jüngere Menschen mit chronischen Erkrankungen. Auch Applikationen wie im Boden eingelassene Sensorsysteme für Beleuchtung und Sturz-Alarm sind im Badezimmer bereits umsetzbar.

[Quelle: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e.V. (VDS)]

Über den Autor