Lebensmittelallergien – die Diagnose ist das A und O

Nicht jede Lebensmittelunverträglichkeit ist eine Allergie.

© Jörg Brinckheger / pixelio.de

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Es juckt im Mund, auf der Haut oder schmerzt im Bauch: Häufig vermuten Betroffene eine Allergie. Jedoch nur ca. 3–4 % der Bevölkerung in Deutschland leiden unter einer Lebensmittelallergie im eigentlichen Sinn. Andere Lebensmittelunverträglichkeiten, wie beispielsweise eine Lactoseintoleranz kommen viel häufiger vor. Hiervon sind 15–20 % betroffen.

Antje Gahl, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.(DGE) erklärt: „Eine Lebensmittelallergie ist eine immunologisch vermittelte Abwehrreaktion des Körpers auf kleine Eiweißbausteine, so genannte Allergene. “Dabei erfolgt eine Sensibilisierung und der Körper bildet spezifische Antikörper auf Lebensmittel wie z. B. Soja, Erdnuss oder Fisch. Die Beschwerden sind vielfältig und reichen von Hautreaktionen wie Nesselausschlag, Quaddeln, Neurodermitis oder Ekzemen über Reizungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich und der Schleimhäute bis hin zum anaphylaktischen Schock.

Bei einer Pseudoallergie ähneln die Symptome einer Lebensmittelallergie, obwohl keine immunologische Abwehrreaktion nachweisbar ist. Dies führt zu dem Begriff Pseudoallergie. Hierzu zählen Reaktionen auf Zusatzstoffe, Aromastoffe oder biogene Amine, die besonders in Hartkäse, Rotwein oder Sauerkraut vorkommen. „Wer regelmäßig mit Magen-Darm-Beschwerden, wie krampfartigen Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall, zu kämpfen hat, könnte unter einer Unverträglichkeit gegen Milchzucker (Lactoseintoleranz) oder Fruchtzucker (Fructosemalabsorption) leiden“, so Gahl.

Einfach ein Lebensmittel auf Verdacht zu meiden, ist der falsche Weg. Richtig ist es, einen Facharzt mit Zusatzqualifikation Allergologie aufzusuchen. Denn eine erfolgreiche Behandlung setzt eine seriöse Diagnose voraus. Schritt für Schritt gehen Arzt und Patient den Beschwerden auf den Grund. Obwohl sich die Symptome für eine Allergie und nicht-allergische Lebensmittelunverträglichkeiten sehr ähneln, wird anders behandelt: Eine Allergie erfordert das strikte Meiden des Lebensmittels – auch in geringen Mengen. Bei nicht-allergischen Unverträglichkeiten toleriert der Betroffene häufig kleine Mengen. Diese Verträglichkeitsgrenze lässt sich mit Hilfe einer qualifizierten Ernährungsfachkraft herausfinden.

Empfehlung:

Beschwerden notieren

Wer herausfinden will, ob er unter einer Intoleranz leidet, sollte ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch führen.  Auf diese Weise können die zeitlichen Zusammenhänge zwischen der Aufnahme von potenziell unverträglichen Nahrungsmitteln und den Symptomen aufgedeckt werden. Bei starken Krankheitszeichen ist ein Arzt aufzusuchen. Das Tagebuch bietet auch ihm eine gute Grundlage für die weitere Diagnostik.