Kletterpflanzen: Attraktiver Sichtschutz für Terrasse und Balkon

Wie eine lebendige Wand bieten Kletterpflanzen mit ihren Blüten und Blättern einen schönen Anblick und schirmen zugleich Blicke aus der Nachbarschaft ab. Jetzt gibt es im Fachhandel attraktive, vorgezogene Sorten, die sich bestens als lebendiger Sichtschutz eignen.

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Ihr Blütenreichtum macht die Schwarzäugige Susanne so beliebt. (Foto: GMH/BVE)

Es ist herrlich, die Freiluftsaison auf dem eigenen Balkon oder der Terrasse zu genießen. Allerdings kann es störend sein, wenn Nachbarn direkt auf die Kaffeetafeln schauen oder Passanten freien Blick auf die Sonnenliege haben. Abhilfe schaffen hier Kletterpflanzen, die nicht nur einen Sichtschutz bilden, sondern zudem mit ihren Blüten und Blättern auf kleinstem Raum für Wohlfühlatmosphäre sorgen.

Rasante Kletterer

Einige Arten zeichnen sich durch schnellen Wuchs aus, andere bilden besonders schöne Blüten. Zu den fleißigsten Kletterern gehört die Feuerbohne (Phaseous), deren große, dunkelgrüne Blätter bis auf drei Meter Höhe wachsen und schnell eine dichte grüne Wand bilden. Die kleinen roten Blüten sind eher unscheinbar. Daraus entwickeln sich jedoch später im Jahr Schoten, die sich ernten und kochen lassen. Während die Feuerbohne einen sonnigen Standort braucht, kommt der japanische Hopfen (Humulus) auch auf der schattigen Nordseite klar. Seine dicht wachsenden, handförmigen Blätter mit gut zehn Zentimetern Durchmesser bilden schon nach kurzer Zeit einen dichten Sicht- und Windschutz.

Schöne Blüten

Wegen ihrer auffälligen, trichterförmigen Blüten ist die Mandeville (Mandevilla) in den vergangenen Jahren zu einer Lieblingspflanze für Balkon und Terrasse geworden. Sie bildet von Mai bis zum ersten Frost unentwegt neue Blüten. Ihre Triebe mit den glänzend grünen Blättern schlingen sich dabei bis in einen Meter Höhe. Zwar ist die Schönheit nicht winterhart. Wird sie jedoch frostfrei überwintert, etwa im Gewächshaus der Gärtnerei, bereiten die weißen, rosa, roten und neuerdings auch leuchtend gelben Blüten Jahr für Jahr aufs Neue Freude. Ein Klassiker unter den Balkon- und Terrassenpflanzen ist die Schwarzäugige Susanne (Thunbergia). Ihre ungebrochene Beliebtheit verdankt sie ihrem Blütenreichtum: Von Mai bis Oktober erscheinen unermüdlich neue Knospen, die sich zu Blüten in Orange, Gelb, Rot oder Weiß mit dem charakteristischen schwarzen Auge öffnen. Die Kletterpflanze eignet sich mit ihren bis zu zwei Meter langen Trieben zum Begrünen von Spalieren, Gittern oder einfachen Schnüren, macht aber auch als Hängepflanze eine gute Figur.

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Leuchtendes Blau der Prunkwinde (Foto: dodo_dm / pixelio.de)

Farbliches Wechselspiel

Eine gute Mischung aus schnellem Wachstum und schöner Blüte ist die Sternwinde (Ipomea quamoclit). Innerhalb einer Saison wächst sie auf drei Meter heran und bildet schnell einen dichten Blickschutz. Zudem liefern die bis zu 40 Zentimeter langen Blütenrispen ein attraktives Farbenspiel: Die Knospen sind rot und verfärben sich nach dem Aufblühen langsam in Orange über Gelb hin zu Weiß. Ihre Verwandte, die Prunkwinde (Ipomoea tricolor), bildet ebenfalls rote Knospen, die später jedoch zu Blau wechseln. Die großen, herzförmigen Blätter sitzen dicht an der Pflanze, die eine bis zu drei Meter hohe grüne Wand gegen neugierige Blicke bildet und den Wind abhält.

Nicht austrocknen lassen

Üppige Kletterpflanzen verdunsten über die vielen Blätter auch viel Wasser. Hochwertige Gärtnererde hilft dabei, die Feuchtigkeit lange zu speichern und die Pflanzen vor dem Vertrocknen zu schützen. Praktisch sind zudem Pflanzgefäße mit Wasserspeicher im Boden, die der Fachhandel inzwischen in vielen Varianten anbietet. Noch professioneller wird es mit einer automatischen Bewässerung. Ein Schlauchsystem leitet dabei stetig Wassertropfen direkt an die Pflanzen und macht Gießen von Hand überflüssig.

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