Interview mit Tischlerei-Inhaber Volker Roszak: „Ich sehe und gestalte die Zukunft positiv!“

Vor 20 Jahren gründete Volker Roszak seinen Handwerksbetrieb in seinem Geburtsort Laßbruch. Heute kann der Tischlermeister mit Stolz behaupten, eine der größten Tischlereien im Extertal zu betreiben.

GW_Roszak_Gruppenbild_ADie Arbeiten des hochmodernen Handwerksbetriebes kommen „nicht von der Stange“ und sind auch „keine vorgefertigten Massenprodukte“, sondern werden für jeden Kunden individuell und passgenau entworfen. Die anhaltend wachsende Nachfrage nach maßgeschneiderten und kreativen Lösungen lassen aktuell weitere Investitionen notwendig werden.

Wir haben mit Tischlermeister und Firmeninhaber Volker Roszak (im Bild 3.v.l.) über die Lage und Perspektiven seines Unternehmens gesprochen:

Sie wollen expandieren und investieren. Wer sind Ihre Auftraggeber?

Unsere Auftraggeber sind Industriebetriebe aus dem Maschinenbau und weiterverarbeitende und Kunststoff produzierende Hersteller. Dazu kommen hochwertige Ladenbauer sowie private Aufträge für Innenausbau und Treppen.

Wie sieht es im Segment Fenster und bei Aufträgen der öffentlichen Hand aus?

Fenster waren noch nie ein Markt für uns. Ich habe Möbeltischler gelernt und zu Bauelementen habe ich nur einen schwachen Bezug. Aufträge der öffentlichen Hand sind nicht unser Kerngeschäft. Diese werden meistens öffentlich ausgeschrieben und Aufträge erhalte ich selten daraus. Vielleicht sind wir zu teuer, weil unsere Gemeinde den höchsten Hebesatz in Lippe hat und in NRW im vorderen Feld liegt?

Die ersten Stimmen schreien die nächste Krise herbei. Sie wollen investieren. Widerspricht sich das nicht?

Wir haben festgestellt, dass wir aus der letzten vermeintlichen Krise gestärkt hervorgingen. Wir produzieren keine Massenware, sondern sind Problemlöser. Zu lösende Probleme haben die Leute immer. In was investieren Sie? In ein neues Bearbeitungszentrum.

Was genau ist das, was kann man sich darunter vorstellen?

Wir investieren in eine CNC-gesteuerte 5-Achs-Fräse, die dreidimensionale Formen in jeglicher Art bearbeiten kann. Absolute High-Tech, die aus Holz, PE-Schäumen und Kunststoffen jegliche Art von Formen herstellt. Alles, was man zeichnerisch erfassen kann, ist möglich umzusetzen. Mit dieser Maschine können wir noch effektiver für unsere Kunden arbeiten.

Haben Sie nicht bereits eine ähnliche Maschine?

Ja, und sie wird auch weiterhin benötigt, z. B. für Treppen und Möbel. Wir arbeiten schon lange Jahre mit anderen Unternehmen zusammen, die diese Maschine und dann auch die Neue nutzen und damit auslasten. Über die Jahre hat sich so eine angenehme und kollegiale Zusammenarbeit entwickelt. Die neue 5-Achs-Fräse hat zudem eigene Schwerpunkte und mit beiden Maschinen schließt sich der Produktionskreis.

Benötigen Sie für die neue Maschine neue Mitarbeiter?

Zu Beginn werden eigene Mitarbeiter aus- und weitergebildet. Je nach künftiger Auslastung stellen wir gegebenenfalls einen weiteren Mitarbeiter ein.

Welche Vorkenntnisse erwarten Sie von ihm?

Grundsätzlich müsste es ein Tischler mit einer Weiterbildung zum Techniker oder ein Meister sein.

Bilden Sie generell aus? Wir bilden ständig aus! Aktuell haben wir zwei Azubis, für 2015 liegt momentan eine Bewerbung vor. Grundsätzlich habe ich Interesse daran auszubilden, mit dem Ziel der späteren Übernahme und Weiterbildung zu Technikern oder Meistern.

Welche Anforderungen stellen Sie an die Bewerber?

Der Schulabschluss ist relativ zweitrangig. Voraussetzungen sind gute Noten in Mathe und Physik sowie Spaß und Engagement bei der Arbeit.

Wie sehen Sie Ihr Unternehmen für die Zukunft aufgestellt?

Ich bin eher in Aufbruchsstimmung. Schwarzseherei war noch nie meine Sache – ich sehe und gestalte die Zukunft positiv. Sonst würde ich mir mit meinen Investitionen selbst widersprechen.

Herr Roszak, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute!

Über den Autor