Giovanni’s Welt im Mai: Schlafen…

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Ich liebe unser Sofa. Es ist weich und mollig, und die Armlehnen sind so konstruiert, dass sich in Liegestellung bequem mein Kopf darauf platzieren lässt. So kommt es schon mal vor, dass nach einer langen Fernseh-Nacht das Schlafzimmer menschenleer bleibt und das Chaiselongue zur Kuschelcouch und Liegewiese für eine ganze Nacht wird. Das passiert mir immer wieder mal, und wenn sich mitten in der Nacht noch einmal kurz meine Augen öffnen, kann es sein, dass ich mich frage, wo bin ich, was mache ich hier, und warum liege ich nicht in meinem Bett…? Im eigenen Bett schläft es sich trotz unseres perfekten Sofas immer noch um Längen besser. Wenn man bedenkt, dass ein Deutscher im Durchschnitt 25 Jahre seines Lebens im Bett verbringt, ist es schon eine wichtige Entscheidung, wohin man zur nächtlichen Ruhe seinen Allerwertesten bewegt.

Unser Leben vergeht viel zu schnell, und die Zeit ist viel zu kostbar, um sie für unwichtige Dinge zu verschwenden. Ich habe nachgelesen, dass wir Menschen ungefähr 12 Jahre unseres Lebens wie blöd in den Fernseher glotzen. Das sind ca. 4 Stunden täglich, und weil jede halbe Stunde 5 Minuten Werbung gesendet wird, führt das zu der erschreckenden Erkenntnis:” Wir schauen 2 Jahre unseres Lebens nur Werbung…!” Eine bekannte Statistik unter dem Motto: Womit verbringen wir Deutschen unsere Zeit” vermittelt noch andere teilweise lustige Zahlen: ca. 8 Jahre wird gearbeitet – 5 Jahre wird sich dem Thema Essen gewidmet, 2 Jahre und 2 Monate werden Mahlzeiten gekocht und Brote geschmiert – 2 Jahre und 6 Monate verbringt der Bundesbürger im Auto. Hier noch ein interessanter Wert: Die gute deutsche Hausfrau putzt in ihren eigenen vier Wänden ca. 16 Monate. Ein Putzteufel – eine Frau, die keinerlei Schmutz und Fremdgerüche akzeptiert und alles krankhaft klinisch sauber hält – schrubbt weit über 2 Jahre ihres Lebens. Eine weniger gute Hausfrau – im Volksmund auch Schlampe genannt – putzt gar nicht oder höchstens ein knappes halbes Jahr.

Ich werde meine Lebenszeit heute gegen allen Statistiken zum Trotz in höchst angenehmer Weise verbringen. Meine Frau ist wegen eines 2-tägigen Wellnessurlaubs (ein Weihnachtsgeschenk) außer Haus und ich habe beschlossen, der Fernseher bleibt aus. Auf dem Tisch steht eine gute Flasche Rotwein. Kein Staubsauger verbreitet Lärm und Stress, und ich werde laut Musik hören. Alles von Beethoven bis Beatles und streichele dabei liebevoll meine Couch.

Euer Giovanni

 

 

 

 

 

 

 

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