Giovanni’s Welt im Februar: Erbsensuppe satt…

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Draußen zeigt die Welt ihr schönstes Gesicht. Es glitzert und funkelt im herrlichsten Weiß, so dass eine Ansichtskarte es nicht besser darstellen könnte. Abrunden würde das Bild vielleicht noch ein gefrorener Wasserfall. Doch den kann ich leider nur sehen, wenn ich morgens in den Spiegel schaue. Aus meiner verkrusteten Nase tropft seit geraumer Zeit eine Unmenge übelsten Schnodderschnupfens. Unser Abfalleimer, vollgestopft mit gebrauchten Tempotüchern, symbolisiert meinen Leidenszustand. Da tröstet mich auch die Tatsache nicht, dass auch andere Bürger, Freunde, Flüchtlinge und Sonstige dieser Tage den gleichen Zustand ertragen müssen. In der Zeitung stand neulich, ein Kinderhort musste geschlossen werden, weil alle Kindergärtnerinnen krankgemeldet waren. Aber jetzt genug gejammert. Auch das geht vorbei, und es gibt ja bekanntlich noch viel schlimmere Krankheiten.

In dieser Jahreszeit ist, was Musik, Tanz und Partyvergnügen angeht, immer wenig bis gar nichts los.

Dementsprechend sitzen wir Musiker wie teure Rennpferde ungeduldig im Stall und scharren mit den Hufen. Wie Fußballer im Trainingslager haben auch wir jetzt die Gelegenheit zu üben. Aktuelle Songs müssen her und so durchforsten wir die Hitparaden nach neuem Material. An den Wochenenden, die sonst immer mit Auftritten in Sachen Livemusik vollgestopft sind, genießen wir endlich die Freizeit gemeinsam mit Freunden und Familie. Letztens hatte auch meine Frau einen arbeitsfreien Sonntag. Wir faulenzten den ganzen Tag auf dem Sofa und im Kaminofen knisterte das Holz. Wir schauten Filme, tranken Kaffee und später leckeren Rotwein. Als sich dann doch ein Hungergefühl meldete, verzichteten wir spontan auf den sonst üblichen Sonntagsbraten. Ich holte aus dem Vorratskeller zwei Dosen Erbsensuppe Marke „Gut und Günstig“. Verfeinert wurde das Ganze mit Kartoffeln, Speck, Würstchen und einer Vielzahl von Gewürzen. Die perfekte Suppe schmeckte so gut, dass ich mir vier Mal den Teller füllte, ehe ich endlich „den Löffel abgab“. Schon ging‘s wieder auf die Couch. Dann, nach zwei, drei Stunden meldete sich plötzlich meine Verdauungskammer. Mir war sofort klar, was zu tun war. Doch erstaunlicherweise musste ich feststellen, dass sich meine Erbsensuppe in Luft aufgelöst hatte.

Da fielen mir auch gleich ein paar alte Sprüche ein: „Erbsen, Bohnen, Linsen – bringen jeden den Arsch zum Grinsen.“ / “Draußen ist mehr Platz wie drinnen, deshalb lass den Furz entrinnen.” / „Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen, jede Erbse einen Knall.“ / … und der Beste zum Schluss „Wer täglich furzet, dass es knallt, wird 99 Jahre alt.“ In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schönen Februar.

Euer Giovanni

 

 

 

 

 

 

 

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