Gesundes Fett? Diese Ölsorten sind die Besten.

Von Sabine Sondermann, Heilpraktikerin und Ernährungsberaterin

Zuviel Fett ist ungesund. Aber ganz ohne geht es auch nicht.

Gesund & Fit_Sondermann_Sabine_A2Die Vitamine E, D, K, und A brauchen Fett, um vom Körper aufgenommen werden zu können. Fettsäuren sind außerdem wichtige Bausteine unserer Zellwände und werden für die Bildung von Hormonen benötigt. Sie sind Träger von Geschmacks- und Aromastoffen und verbessern das Gefühl von Speisen im Mund. Fette aus Pflanzen sind generell ungesättigt, während gesättigte Fettsäuren meist von Tieren stammen. Der Anteil ungesättigter Fettsäuren ist bei den einzelnen Ölsorten jedoch sehr unterschiedlich. Wichtig ist der richtige Umgang mit Ölen und Fetten. Was muss ich dabei beachten?

Welches Öl verwende ich wofür?

Weil der Bedarf des Körpers an Fetten relativ gering ist, sollten wir unbedingt darauf achten, hochwertige Fette und Öle zu uns zu nehmen. Hochwertig sind Fette und Öle, die einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren haben. Diese UNgesättigten Fettsäuren haben die Eigenschaft sogenannte „freie Radikale“ im Körper zu binden. Damit können sie uns vor vielen chronisch-entzündlichen Krankheiten schützen. Ungesättigte Fettsäuren sind essentiell, d.h. der Körper kann sie nicht selber herstellen. Sie müssen über die Nahrung zugeführt werden. Olivenöl ist reich an einfach ungesättigten Fettsäuren. Außerdem enthält es eine Vielzahl an gesundheitsfördernden Pflanzenstoffen. Wird Olivenöl jedoch über ca. 180°C. erhitzt, eine Temperatur die beim Anbraten von Fleisch generell überschritten wird, entstehen durch Oxidationsprozesse sogenannte Transfettsäuren, die dieses eigentlich gesunde Öl gesundheitsschädlich werden lassen. Olivenöl, wie auch andere einfach ungesättigte Öle daher bitte nur zum Schmoren von Gemüse bis ca. 130°C. verwenden. Kokosöl ist gesund und zum Anbraten bei hohen Temperaturen geeignet. Es hat einen angenehmen, leicht süßlichen Geschmack und eignet sich auch hervorragend für die Zubereitung einer mediterranen Gemüsepfanne.

Öle zum Braten: Auf den Rauchpunkt kommt es an!

Als Faustregel gilt: Alle Fette die bei Zimmertemperatur noch fest sind wie z.B. Kokosöl, Butterschmalz oder Ghee, sind zum Anbraten bei hohen Temperaturen geeignet. Achten Sie auf den sogenannten Rauchpunkt beim Erhitzen. Sobald Ihr Fett oder Öl in der Pfanne Rauch bildet, oxidiert es und ist gesundheitsschädlich!

Leinöl macht glücklich – richtig gelagert.

Ein echter Geheimtipp für unsere Gesundheit unter den Ölen ist das Leinöl. Es hat einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten, lebensnotwendigen Fettsäuren. Aus diesem Grund wird es aber auch schnell ranzig und ungenießbar (verdorbenes Leinöl schmeckt ranzig-bitter und ist gesundheitsschädlich). Es sollte unbedingt kühl und dunkel gelagert werden. Man kann es sogar unbedenklich einfrieren. Außerdem darf es, wie alle Öle die einen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren haben, nicht erhitzt werden. Fette und Öle in Plastikverpackungen lösen verstärkt die gesundheitsschädlichen Weichmacher aus dem Material. Vermeiden Sie Öl in Plastikflaschen!

Was zeichnet ein gesundes Öl aus?

Gesunde Öle werden während des gesamten Herstellungsprozesses äußerst schonend behandelt. Sie werden manuell kalt gepresst, damit die hochwertigen Nährstoffe erhalten bleiben. Industriell hergestellte Öle werden heiß gepresst oder unter Zuhilfenahme chemischer Lösungsmittel raffiniert. Nach einem derartigen Bearbeitungsprozess ist das Öl zwar haltbar, aber auch arm an Nährstoffen.

Transfette – gefährliche Krankmacher

Transfettsäuren entstehen vor allem dann, wenn Pflanzenfette gehärtet oder stark erhitzt werden. Enthalten sind Transfettsäuren vor allem in frittierten Lebensmitteln wie Pommes, Berlinern, Donuts, Kartoffelchips, Margarine, aber auch in vielen Fertigprodukten wie Pizza und Tütensuppen sowie Produkten, auf denen „enthält gehärtete Fette“ steht.

Wie viel Öl braucht der Mensch?

Die Apothekerin und Chemikerin Dr. Johanna Budwig erkannte die gesundheitsfördernde Wirkung des Leinöls bereits in den sechziger Jahren. Deswegen sollte dieses hochwertige Nahrungsmittel ein regelmäßiger Standard unserer kalten Küche sein. Ob in Salaten oder Quark – dreimal wöchentlich je drei Esslöffel von diesem wohlschmeckenden „Zellgold“ verbunden mit täglich 30 Minuten Bewegung schützt effektiver vor vielen Zivilisationskrankheiten als jede Tablette.

 

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