Gekonnt kaschiert: Blütensaum statt kahler Stellen

Sie ziehen die Blicke auf sich – lassen sie aber nicht durch: Dichte, gut geschnittene Hecken bieten nicht nur zuverlässigen Sichtschutz, sie können auch gestalterisch wertvolle Gartenelemente sein.

Sanfte Wellen: Eng schmiegt sich der Frauenmantel an die akurat geschnittene Eibenhecke. Das helle, rundliche Laub ist eine gelungene Ergänzung zur fi ligranen Nadelstruktur. Foto: GMH/Bettina Banse

„Hecken eignen sich sehr gut, um den Garten zu gliedern. Gleichzeitig bilden sie eine ruhige Kulisse, vor der abwechslungsreiche Staudenrabatten umso besser zur Wirkung kommen. Hecken und vorgelagerte Beete sind daher wie füreinander geschaffen, zumal sich der Übergang vom Gehölz zur Freifläche auch in der Natur nicht abrupt, sondern allmählich vollzieht,“ erklärt einer, der es wissen muss: Michael Moll lebt seine Leidenschaft für Pflanzen sowohl als Staudengärtnermeister wie auch als Gartenplaner voll aus. Der Inhaber der Gärtnerei Michael Moll – Winterharte Gartenstauden kennt beides, Hecke-Beet-Kombinationen, die von vornherein als solche geplant wurden, und Fälle, in denen ein Blütensaum erst nachträglich angelegt wurde, als Erste-Hilfe-Maßnahme sozusagen. „Denn ein Problem, auf das man bei Hecken immer wieder trifft, sind Pflanzen, die im unteren Bereich verkahlen. Die Ursache ist meist Lichtmangel, entweder, weil der Standort generell sehr dunkel ist oder weil die Hecke falsch geschnitten wurde.“ So oder so, optisch leiden Hecke und Gartenbesitzer oft sehr unter den grünen Geheimratsecken, die sich, einmal vorhanden, nur im Ausnahmefall wieder schließen. Im Gegensatz zur lückigen Haarpracht gibt es für kahle Stellen in der Hecke jedoch ebenso simple wie attraktive Problemlöser:

Erhaben: Alleine könnte die lange Eibenhecke langweilig wirken, doch die Gräserfontänen des Blaustrahl-Wiesenhafer (Helictotrichon sempervirens) und die violett blühende Katzenminze (Nepeta) machen das Entlangwandeln zur Lust. Foto: GMH/Bettina Banse

Ein Blütensaum aus Stauden verdeckt nicht nur unschöne Stellen, sondern wertet die Gartensituation als Ganzes auf. „Vorausgesetzt natürlich, die Pflanzen passen zur Hecke und zum Standort. Sowohl die Hecke als auch die Stauden dürfen sich gegenseitig nicht zu sehr Konkurrenz machen“, sagt Michael Moll. „Die Staudenwahl hängt unter anderem davon ab, wie viel Platz vor der Hecke zur Verfügung steht. Ist es nur ein schmaler Streifen, wird man sich auf wenige Arten beschränken, die zudem nicht über die kahlen Stellen hinauswachsen sollten, sonst kahlen die Gehölze weiter auf.“ Rein optisch gesehen, sind von elegant bis natürlich alle Spielarten denkbar. „Vor Eibenhecken mit ihrer ebenmäßigen Struktur und dem satten, dunklen Grün bieten sich plakative Pflanzen an. Wenn nur wenig Platz zur Verfügung steht, könnte das ein Streifen mit Purpurglöckchen sein, mit Gräsern oder auch mit der kompakten Frauenmantel- Art Alchemilla epipsila.“ Auf diese Weise wird aus einem Gartenärgernis eine ganzjährig schöne Gartenattraktion.

 

So klappt es mit dem Blütensaum „In jedem Fall müssen die Pflanzen auf die Hecke und die Standortbedingungen abgestimmt sein, deshalb sollte man sich am besten individuell in der Gärtnerei beraten lassen, vielleicht auch zwei, drei Fotos von der Situation vorzeigen“, rät Michael Moll. Eine Grundvoraussetzung, damit sich die neuen Pflanzen gut entwickeln, ist außerdem eine gründliche Bodenvorbereitung.

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