Frühblühende Gehölze bringen die Farben zurück in den Garten

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Foto: BGL

In Japan ist die Kirschblüte jährlich ein landesweites Ereignis, „Hanami” bzw. “Blüten betrachten” genannt. Sie markiert den Anfang des Frühlings und ist gleichzeitig Sinnbild für Schönheit und Vergänglichkeit. Scharen von Menschen strömen nun in die Parks und Gärten und feiern mit Freunden unter dem weißen oder rosafarbenen Blütendach.

Auch in deutschen Gärten ist die Frühlingspracht der aus Asien stammenden Zierkirsche (Prunus) beliebt. Landschaftsgärtner setzen sie gern an exponierter Stelle als Hausbaum ein. Gute zehn Meter hoch kann die trichterförmig wachsende Nelkenkirsche (Prunus serrulata `Kanzan`) werden, die mit ihren üppig gefüllten Blüten besonders dekorativ ist. Ab April können Gartenbesitzer auch bei uns unter ihrer Krone ausgelassene Kirschblütenfeste feiern.

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Blütenpracht der Prunus serrulata. Foto: Thomas Max Müller / pixelio.de

Schönheiten für den kleinen Garten

Wer nur einen kleinen Stadtgarten besitzt, muss deshalb aber nicht auf Kirschblüten verzichten. Die Vielfalt der Wuchsformen macht es möglich, Zierkirsch-Sorten für die unterschiedlichsten Areale zu finden. Bei kleinen Flächen empfehlen die Experten für Garten und Landschaft beispielsweise die schlanke Säulenkirsche (Prunus serrulata `Amanogawa`). Und natürlich gibt es auch noch viele weitere Gehölze, mit denen sich im Frühling rosa und weiße Blütenpracht rund ums Haus bringen lässt. Mandelbäumchen (Prunus triloba) z.B. stehen der Schönheit der Zierkirsche in nichts nach, bleiben aber kleiner. Sie sind als Strauch oder als Hochstämmchen erhältlich und werden etwa 1,5 bis 2,5 Meter groß. Der eher unbekannte Judasbaum (Cercis), wegen der Form seiner Blätter auch Herzbaum genannt, ist ein großer Strauch oder kleiner Baum, der sich auch schon früh im Jahr mit interessanten rosa Schmetterlingsblüten schmückt. Dabei gibt es eine botanische Besonderheit zu entdecken: Die Blüten erscheinen auch direkt am Stamm. Genau wie das Mandelbäumchen bevorzugt der Judasbaum einen warmen, geschützten Standort.

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Der Ranunkelstrauch setzt auf Gelb. Foto: Marion Löffler / pixelio.de

Es muss nicht immer Rosa sein

Zugegeben, das echte „Hanami” verbindet man mit weißen und rosafarbigen Blüten. Aber der Frühling hält natürlich auch noch andere Farben für uns bereit. So gibt es eine ganze Reihe Ziersträucher, die schon früh im Jahr vor dem Blattaustrieb blühen und rote oder gelbe Farbtupfer in den Garten bringen können. Zum Inbegriff des Frühlings gehören Forsythien (Forsythia). Auch die Kornelkirsche (Cornus mas), der Ranunkelstrauch (Kerria japonica) und die Niedrige Glockenhasel (Corylopsis pauciflora) setzen auf Gelb. Die Kornelkirsche ist sehr robust und wird etwa vier bis sieben Meter hoch. Obwohl ihre Blüten recht klein sind, machen sie den Strauch zu einem besonderen Schmuckstück, denn sie stehen in dichten Büscheln zusammen. Die auffallenden Schalenblüten des Ranunkelstrauchs sind goldgelb und die hellgelben Blütenglöckchen der Niedrigen Glockenhasel hängen meist zu zweit oder dritt an den feinen Trieben und duften zart. Beide Sträucher werden etwa 1,5 Meter hoch. Während der Ranukelstrauch sowohl für schattige als auch sonnige Standorte geeignet ist, sollte die Glockenhasel vor kaltem Nord- und Ostwind geschützt stehen. Auch die leuchtend roten Blütenblätter der Zierquitte (Chaenomeles) und die tiefroten Blütentrauben der Zierjohannisbeere (Ribes sanguineum) schicken sich an, in jedem Jahr mit aller Kraft den Frühling anzukündigen. Ihr Farbenspiel bildet einen auffallenden Kontrast zu den gelb, weiß oder zartrosa blühenden Gehölzen. Frühblüher sind übrigens nicht nur eine Augenweide für uns Menschen. Wegen ihrer außergewöhnlichen Blütezeit stellen sie auch eine wertvolle erste Futterquelle für Bienen und andere Insekten dar.

Gezielter Rückschnitt fördert Blühfreudigkeit

Die meisten Frühblüher sind relativ pflegeleicht. Einige benötigen allerdings hin und wieder einen Rückschnitt. Alte Triebe und Zweige, die die gewünschte Form beeinträchtigen, werden dabei entfernt. Bei vielen Ziergehölzen wird durch den gezielten Schnitt die Blühfreudigkeit gefördert. Magnolien sind zwar grundsätzlich auch schnittverträglich, nach Möglichkeit sollte man sie jedoch frei wachsen lassen. Im Gegensatz zu vielen anderen Frühlingsblühern „vergreisen” sie nicht, sondern bilden mit den Jahren immer mehr Blüten. Die ideale Zeit für den Rückschnitt von frühblühenden Gehölzen sind die Tage und Wochen direkt nach der Blüte. Denn die in der folgenden Vegetationszeit wachsenden Zweige tragen bereits die Blütenknospen für das nächste Jahr.

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