Frisurenmode Frühjahr/Sommer 2015: Individualität & kreativer Strukturwandel

So lauten die äußerst positiven Prognosen für den Modesommer 2015. Die neuen Cuts setzen auf stark strukturierte Texturen, die Dynamik, Volumen und extreme Wandelbarkeit generieren. Und damit Raum geben für höchst individuelle, stets variable und überraschende Looks…

Sich treu bleiben oder einfach mal andere Facetten der eigenen Persönlichkeit ausleben? Wie auch immer man sich entscheidet: Mit den neuen Cuts & Stylings für die anstehende Saison Frühjahr/Sommer 2015 geht beides:

Damenlooks

FEATHER-GIRL

Mode_Frisurentrends_Feather_1_KMode_Frisurentrends_Feather_2_KLeicht, ultrasoft und einfach nur betörend: Die neuen Short Cuts sind eine Ode an den Sommer. Ihre geradezu ätherische Aura verdanken sie einer extrem weichen, fedrig gehaltenen Textur, die nonchalant und dabei dennoch voller Raffinesse ist. Dafür werden die Seitenpartien senkrecht herunter geschnitten und schmal gehalten, während am Oberkopf bewusst auf Überlänge gesetzt wird. Wichtig für den mädchenhaften Appeal: die weiche Nackenlinie. Ein sanftes Farbenspiel aus leuchtendem Kupfer mit gepainteten Highlights komplettiert diesen Soft Look. Für die Stylingvariante wird die Stirntextur zum prägnanten Pony frisiert, der einen gelungenen Stilbruch zum aufgestellten Hinterkopf samt Seitenpartien bildet.

PIXEL-PLATIN

Mode_Frisurentrends_Pixel_2_KDie Steigerung des Pixies lautet in dieser Saison: Pixel-Look. Denn das Zusammenspiel aus hochdefiniertem Haarschnitt mit Reliefstruktur samt irisierendem Farbeffekt mutet an, als wäre es von Grafikdesignern erschaffen worden. Damit es trotz der Plastizität und der extremen Kürze weiblich wirkt, werden die Konturen sehr soft und puristisch gehalten. Die Seiten bleiben konsequent schmal, am Oberkopf gipfelt die Textur in vielen unterschiedlichen Längen, die eine aufregende, kunstvolle Gewebestruktur erzeugen. Markantes Highlight: der extrem kurze, fast kaum wahrnehmbare Pony. Die schillernde Coloration entsteht durch ein eisiges Platinblond, welches mit subtilen Highlights in pudrigen Fliedernuancen versehen wird. Mit Mattpaste aufgerissen und aufgestellt, mündet der Cut in einem edelpunkigen Tomboy-Look.

CRUNCHY-CHIC

Mode_Frisurentrends_Crunchy_2_KMode_Frisurentrends_Crunchy_1_KCopy & Paste-Schnitte waren gestern, nun ist Haar-Couture angesagt! Im Fokus: ein üppiger Look. Das jedoch fernab der bis dato üblichen Big Hair-Attitüde: Um nachhaltiges Volumen zu erschaffen, muss bereits der Schnitt Fülle und Großzügigkeit generieren. Ausgangsbasis ist ein opulentes Stirnmotiv in Form eines extrem in die Seiten geschnittenen, sehr vollen Ponys. Im harten Kontrast zu der damit erzeugten Flächigkeit stehen in sich gestufte und sich bewusst abgrenzende Längen, deren unsauber gearbeitete Spitzen in einem innovativen Crunchy-Look resultieren. Dafür werden die Haare am Oberkopf sternförmig abgeteilt und durchgesclict. Ergebnis: eine aufspringende, raumfüllende Haarstruktur. Kupfer-Paintings im mittelbraunen Haar sorgen für harmonische Akzente. Und beim Styling locken grenzenlose Varianten: wahlweise mit auftoupiertem Hinterkopf im modernen Brigitte Bardot-Style oder plastischen Locken für einen Look à la française.

Herrenlooks

ARCH-CULTURE

Mode_Frisurentrends_Arch_2_KMode_Frisurentrends_Arch_1_KWas lässig arrangiert aussieht, folgt tatsächlich architektonisch strengen Regeln: Die neuen Arch-Cuts basieren auf einer stark strukturierten Textur, die auf dem Fundament klarer Konturen mit extremen Längenunterschieden spielt. Mittels grober Strähnen, von denen einzelne stehen gelassen und andere drastisch gekürzt werden, entsteht ein wie „zerschnittenes“ Haargefüge ohne erkennbare Übergänge. Dass trotz schmaler und kurzer Seiten, einer reduzierten Nackenpartie und eines vergleichsweise üppigen Oberkopfs eine Harmonie herrscht, verdankt der Cut seiner natürlich wirkenden Dynamik samt Naturwellen. Das kühle Mittelbraun erhält durch eine Farbveredelung in Längen und Spitzen mehr Tiefe. Die Stylingvarianten überzeugen mit einem rasanten Stingray-Look oder flamboyanter Fifties-Tolle samt ultraplastischem Seitenscheitel.

HIP-FULLNESS

Mode_Frisurentrends_Hip_2_KMode_Frisurentrends_Hip_1_KVoluminöses Haar war ja bislang eher ein Frauenthema. Doch in dieser Saison besinnt sich auch die Männermode auf volle, üppige Texturen. Und zelebriert selbstbewusst den Soft-Appeal. Zentrales Element ist ein markantes Stirnmotiv, das konsequent bis in die Seiten gearbeitet wird. Saubere Konturen mit einem abrupten Übergang ins Deckhaar sorgen für Plastizität, die von oben nach unten ge-führte Slice-Technik dagegen für gezielten Volumenaufbau. Kunstvoll gesetzte Paintings am Oberkopf und im Stirnbereich kreieren dank Tiefe gebender Farbreflexe zusätzliche optische Fülle. Auch beim Styling wird die opulente Textur hervorgehoben: mit subtil gewelltem, ultranatürlichem Ober- und Vorderkopf. Fazit: Je voller, desto hipper!

GLAM-ROCK

Mode_Frisurentrends_Glam_2_kDavid Bowie lehrte uns einst, wie wahrer Stil geht: mit lässig zurückfrisiertem, am Oberkopf sichtbar vollem Haar. Womit er sich den Titel des „Thin White Duke“ einmal mehr verdiente. Die Neuauflage dieses ikonischen Looks basiert auf einem klassischen Point-Cut mit längeren Seiten, die in Oppositi-on zum deutlich zerrissenen und gehaltvollen Oberkopf stehen. Dazu passt das differenzierte Farbenspiel: In den Ansätzen, Seiten und Nacken in einem natürlichem Mittelblond gehalten, werden die Längen hell gezogen – was optisch noch mehr Volumen hervorbringt. Ein finales Glossing erzeugt den demonstrativen Matt-Effekt. Da darf das Styling dann gerne exzentrisch sein: wahlweise mit kantiger Rockabilly-Tolle oder mit ausufernder Seitenwelle.

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