Die gefährliche Seite der Sonne: Sonnenstich & Hitzeschlag

Die warme Sonne im Garten, am Strand oder auf dem Wasser genießen – herrlich! Doch Vorsicht! Ungeschützte Sonneneinwirkung kann unangenehme und sogar lebensgefährliche Folgen haben.

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Ungeschütztes Sonnenbaden kann gefährliche Folgen haben! Foto: twinlili / pixelio.de

Wie erkennt man einen Sonnenstich oder einen Hitzeschlag? Was ist zu tun?

Sonnenstich

Ein Sonnenstich (Insolation) ist eine Reizung der Hirnhäute, die durch lang andauernde, direkte und intensive Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf und Nacken entsteht. Die im Kopf angestaute Hitze reizt die Hirnhäute, sodass sie sich entzünden können. Die Entzündung kann eine Hirnschwellung (Hirnödem) mit Steigerung des Hirndrucks zur Folge haben.

Je nach Schweregrad kann die Hirnhautentzündung zu Kollaps, Bewusstseinstrübung, Koma und schließlich zum Tod führen. Besonders anfällig für einen Sonnenstich sind Säuglinge und Kleinkinder, Kahlköpfige und Personen mit hellen Haaren.

Symptome des Sonnenstichs:

  • Ein Sonnenstich äußert sich durch Kopfschmerzen begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit und Schwindel.
  • Betroffene klagen über Mattigkeit und sind möglicherweise verwirrt, desorientiert und bewusstseinsgetrübt.
  • Im Unterschied zu einer vergleichsweise kühlen Körpertemperatur ist der Kopf hochrot und überwärmt (im Gegensatz zum Hitzschlag).
  • Manchmal treten auch Ohrgeräusche auf.
  • Der Nacken der Betroffenen ist steif und die Kopfschmerzen verstärken sich durch Beugung des Kopfes nach vorne.
  • Ein erniedrigter Blutdruck kann zum Kreislaufkollaps führen.
  • Im Extremfall treten Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit auf.

Maßnahmen zur Ersten Hilfe:

  • Im Vordergrund der Erste-Hilfe-Maßnahmen steht die Kühlung des Patienten!
  • Bringen Sie den Betroffenen an einen schattigen, kühlen und ruhigen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung!
  • Entkleiden Sie ihn und lagern Sie ihn in halb sitzender Position.
  • Die Temperatur von Kopf und Nacken kann mit kalten, feuchten Tüchern gesenkt werden. Sie können dem Betroffenen auch Luft zufächeln.
  • Ist der Patient bei Bewusstsein, geben Sie ihm gekühlte Getränke (aber keinen Alkohol)!
  • Beruhigen Sie die betroffene Person.
  • Ein Kleinkind mit Sonnenstich braucht besonderen Zuspruch: Beruhigen Sie es und lassen Sie es nicht allein!
  • In schweren Fällen oder bei Bewusstlosigkeit des Betroffenen muss sofort der Notarzt informiert werden! Wählen Sie dann unverzüglich den Notruf 112! Bis zum Eintreffen des Notarztes wird der Patient in die stabile Seitenlage gebracht.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig das Bewusstsein, die Atmung und den Kreislauf des Betroffenen!

Hitzschlag

Setzt man sich zu schnell zu großer Hitze aus, kann es zu einem lebensgefährlichen Hitzschlag kommen. Der Körper kann keinen Schweiß mehr produzieren und sich nicht mehr selbst kühlen. Gefährdet sind besonders Säuglinge und Kleinkinder, alte Menschen, chronische Kranke und Menschen, die Hitze nicht gewohnt sind. Auch für junge und gesunde Erwachsene besteht das Risiko, einen Hitzschlag zu erleiden, wenn sie sich bei hohen Temperaturen und gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit körperlich stark anstrengen. Ein Hitzschlag kann lebensbedrohlich sein. Trotz Therapie sterben zehn bis fünfzig Prozent der Patienten.

Ein Hitzschlag ist eine Notfallsituation. Rufen Sie bitte sofort einen Arzt!

Symptome des Hitzschlags

  • Kopfschmerzen
  • Erbrechen
  • Fieber bis über 40 Grad bei heißer, trockener Haut
  • Krämpfe, Lähmungen
  • Bewusstseinsstörungen
  • Organversagen unterschiedlicher Ausprägung 

Ähnliche Symptome können auch schon im Vorfeld eines Hitzschlags auftreten.

Sofortmaßnahmen

  • Kontrollieren Sie ständig Bewusstsein, Atmung und Puls.
  • Bringen Sie den Betroffenen in eine kühle, schattige Umgebung, am besten mit hochgelagerten Beinen und leicht erhöhtem Kopf.
  • Lockern Sie beengende Kleidung.
  • Wichtig ist Kühlung von außen, zum Beispiel kalte Umschläge auf Nacken, Stirn, Beinen und Armen. Zusätzlich können Sie Luft zufächeln. Kaltwasserbäder und Eisabreibungen sollten Sie vermeiden, weil sie zu einem Anstieg der Körpertemperatur führen können.
  • Geben Sie dem Betroffenen etwas zu trinken, sofern er dazu in der Lage ist. Der Notarzt kann zusätzlich Infusionen legen, um Flüssigkeit zuzuführen.

Behandlung im Krankenhaus

Bei schwerem Hitzschlag erfolgt die Behandlung auf der Intensivstation. Dort werden die Kühlung und die Flüssigkeitszufuhr fortgesetzt.

(Quelle: Techniker Krankenkasse)

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