Die Farben des Herbstes: Indian Summer im eigenen Garten pflanzen

Wenn sich die Blätter der Bäume und Sträucher verfärben, ist dies ein untrügliches Zeichen, dass es Herbst wird. Seine Farben schaffen es jedoch, jede Wehmut über das Ende der Sommerzeit zu vertreiben. Fast scheint es, als wollten die Pflanzen das Ende der warmen Jahreszeit mit einem fulminanten Feuerwerk feiern.
Ob gelb, braun, orange oder rot – die farbenfrohen Blätter, die in der Sonne leuchten, im Wind tanzen oder Rasenflächen in bunte Teppiche verwandeln, machen den Herbstspaziergang zu einem wahren Farbgenuss.

Warme Farben in der kalten Jahreszeit
Wer die herbstliche Farbenpracht im eigenen Garten genießen möchte, der sollte jetzt in die Baumschule gehen. Denn der Herbst ist die ideale Zeit, um Gehölze zu pflanzen, und man sieht direkt, wie intensiv die Laubfärbung bei den verschiedenen Bäumen und Sträuchern ausfällt und welche Farbtöne zusammenpassen. Landschaftsarchitektin Melanie Müller vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. empfiehlt „rotes und gelbes Herbstlaub mit Immergrünen zu kombinieren, weil die Bepflanzung so besonders vital wirkt. Auf diese Weise kann man seinem Garten ein ganz neues Gesicht verleihen.“
Bei der Farbgebung stehen die schönsten Sorten Europas, Amerikas und Asiens zur Auswahl. Nordamerika ist bekannt für den Indian Summer, denn hier färben sich die Bäume im Herbst in besonders intensiven Gelb- und Rottönen. Nicht ohne Grund wählten die Kanadier ein rotes Ahornblatt als Motiv ihrer Nationalfahne. Ahorne (Acer) werden neben ihrer prächtigen Herbstfärbung auch wegen ihrer schönen Wuchsform, der dekorativen Rinde und dem Formenreichtum der Blätter gepflanzt. Das klassisch fünfzackige Ahornblatt ist recht groß und flächig. Japanische Ahorne (Acer japonicum) sind hingegen für ihre spitzzulaufenden, sehr filigranen Blätter bekannt. Aufgrund ihres langsamen Wachstums passen sie auch in kleine Gärten oder gedeihen sogar im Pflanzkübel.

Eisenholzbaum, Vogelkirsche und Wilder Wein
Auch der persische Eisenholzbaum (Parrotia) ist für seine attraktive Herbstfärbung bekannt. Er stammt ursprünglich aus einem Teil Vorderasiens, zwischen dem Iran und Aserbaidschan. Seine mittelgroßen, eiförmigen Blätter bilden eine üppige Baumkrone, die sich im Oktober je nach Sorte rot, orange oder gelb färbt. „Der Eisenholzbaum braucht einen sonnigen Standort, kommt dann aber ohne Schnitt und mit wenig Pflege aus, da er enorm robust gegen Krankheiten und Schädlinge ist. In Einzelstellung kann er sich in voller Schönheit entfalten“, erklärt Müller. „Wer fruchttragende Gehölze bevorzugt, findet etwa in der Gattung Prunus viele Bäume und Sträucher mit kräftiger Herbstfärbung.“ Dazu gehört zum Beispiel die Vogelkirsche (Prunus avium), aber auch Pfirsichbäume (Prunus persica) mit gelbem, apricot bis leuchtend orangefarbenem Herbstlaub. Die sogenannte Blut-Pflaume (Prunus cerasifera ‚Nigra‘) überrascht das ganze Jahr mit ihrer ungewöhnlich dunkelroten Laubfärbung.
Wer nur wenig Platz im Garten hat, kann zum Beispiel Mauern und Zäune mit Wildem Wein (Parthenocissus quinquefolia) verschönern. Die Kletterpflanze verwandelt sich im Herbst in eine leuchtend rote Blätterwand, die schon von Weitem ins Auge fällt. Welche Gehölze gut in den eigenen Garten passen, findet man am besten bei einem persönlichen Beratungsgespräch im Fachhandel heraus. Baumschulgärtner haben viel Erfahrung mit der standortgerechten Auswahl von Pflanzen und kennen ihre unterschiedlichen Eigenschaften.
(Quelle: BdB)

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