„Die Erwartungen wurden weit übertroffen“: Therapiehof Hohenrode mit einjährigem Jubiläum

Ein Jahr ist vergangen, seit der Therapiehof Hohenrode seine Pforten geöffnet hat. Anlass für eine Bestandsaufnahme mit dem Leiter des Therapiehofs, dem Diplom-Psychologen Berthold Schaaf.
Herr Schaaf, vor einem Jahr haben Sie den Therapiehof Hohenrode eröffnet. Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?
Zunächst einmal möchte ich mich bei der Stadt Rinteln und den Hohenrodern für die freundliche Aufnahme in der Region bedanken. Ich habe die Möglichkeit, an einem großartigen Platz zu arbeiten, von dem Menschen viel Lebensmut und Kraft mit nach Hause nehmen können.
Welche Menschen kommen vorwiegend zu Ihnen?
Zu mir kommen Menschen aus allen Altersklassen, mein derzeit jüngster Patient ist 4 Jahre alt, die älteste Patientin ist über 70. Sie bringen ganz unterschiedliche Probleme mit, das reicht von klassischen psychiatrischen Diagnosen wie Angststörungen, Panikattacken, Depressionen, Autismus-Spektrum- und anderen Entwicklungsstörungen, Ess- und Zwangsstörungen, über persönliche Krisen und Schwierigkeiten in Familie und Beruf bis hin zu schweren Verlusterfahrungen durch den Tod eines geliebten Menschen. Auch Menschen mit schwerer Traumatisierung, z.B. als Betroffene eines Amoklaufs oder aufgrund einer leidvollen Kindheit mit Missbrauchserfahrungen finden immer häufiger den Weg zu mir. Oder auch Menschen in der Mitte des Lebens, die auf der Suche nach Klarheit für ihren weiteren Lebensweg sind.
Das klingt sehr vielfältig, wie groß ist Ihr Einzugsgebiet?
Da sind zunächst die Menschen aus dem Umland, die aus den Regionen Rinteln, Hameln oder auch Hannover für einzelne Therapiestunden anreisen. Besonders freue ich mich auch über die Übernachtungsgäste, die ein paar Tage oder auch 1-2 Wochen in einem der 3 sehr schönen Gästezimmer auf dem Hof wohnen und mit denen ich besonders intensiv an Lösungen arbeiten kann. Diese Menschen kommen aus ganz Deutschland, aber auch aus Österreich, der Schweiz und Skandinavien.
Bei der Eröffnung des Therapiehofs vor 1 Jahr haben wir vor allem über die Pferdegestütze Therapie berichtet. Finden auch andere Therapieformen Anwendung?
Ein Schwerpunkt ist und bleibt die Pferdegestützte Psychotherapie zusammen mit meinen Islandpferden, besonders mit den Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus kommen aber auch eine Reihe weiterer Therapieverfahren zum Einsatz, z.B. lösungsfokusierte Verfahren, in denen nicht die „Aufarbeitung“ eines Problems, sondern die Fokusierung auf eine Lösung im Vordergrund steht. Oder hypnotherapeutische Verfahren, die dafür sorgen, dass auch alle unsere unbewussten Anteile mit an Bord sind. Und EMDR-analoge Verfahren, die vor allem für die Traumatherapie konzipiert wurden. Auch Aufstellungsarbeit, in der oft Lösungen für Beziehungssysteme gefunden werden und körpertherapeutische Verfahren, mit denen ich sehr gute Erfahrungen im Rahmen der Stressbewältigung gemacht habe, sind sehr hilfreich.
Was macht den Therapiehof so besonders?
Ich denke, es ist die einzigartige Kombination eines Ortes, der Ruhe, Kraft und gleichzeitig auch große Sicherheit vermittelt. So fangen die Menschen hier an, ihre Mauern, die sie zum Schutz vor manchmal unermesslichem Leid aufgebaut haben, einzureißen und beginnen zu vertrauen, wodurch eine sehr effektive Therapie möglich wird. Ich bin sehr dankbar, dass die Menschen mein Angebot annehmen und ich an diesem wunderbaren Ort leben und arbeiten darf.
Termine macht Berthold Schaaf nach Vereinbarung, weitere Infos erhalten  Sie unter Tel. (05751) 9211733 und unter www.therapiehof-hohenrode.de.

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