Demenzielle Erkrankungen: Logopädie kann Betroffene & Angehörige im Alltag unterstützen

Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. – Selbsthilfe Demenz wird in Deutschland bis zum Jahr 2050 mit etwa 3 Millionen Betroffenen gerechnet.

„Von vielen Erkrankten im Anfangsstadium und ihren Angehörigen wird die eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit als großes Problem empfunden“, so Cordula Winterholler, Geschäftsführerin des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie e.V. (dbl). „Deshalb ist die Beratung, wie Kommunikation im Alltag trotzdem gelingen kann, ein wichtiger Beitrag für ein gutes Miteinander“, so Winterholler. „Dass die Logopädie hier vielversprechende Möglichkeiten bietet, ist leider noch nicht ausreichend bekannt“, so die Expertin.

Vor allem bereiten das eingeschränkte Sprachverständnis und das schnelle Vergessen von Fakten und Vorgängen bei Menschen mit einer beginnenden Demenz Schwierigkeiten. Oft merken die Angehörigen oder andere Gesprächspartner nicht einmal, dass sie falsch verstanden werden. „Hieraus entwickeln sich zahlreiche Missverständnisse, die zu einer enormen Belastung im Miteinander führen können“, so die Logopädin. Dies trete teilweise bereits ein, wenn die Betroffenen noch berufstätig sind. Hier biete die Logopädie Hilfe an. „Am Anfang der Erkrankung können logopädische Übungsbehandlungen wie intensive Wortfindungsübungen, Übungen zum Sprachverständnis oder zur besseren Konzentration helfen. Bei fortschreitender Erkrankung sind eher kompensatorische Methoden gefordert. Angehörige und Betroffene können lernen, trotz eingeschränkter Fähigkeiten erfolgreich miteinander zu kommunizieren“, erläutert Winterholler. Zudem gehe es im fortgeschrittenen Stadium demenzieller Erkrankungen auch darum, die Schluckfunktion zu stärken und damit zu verhindern, dass Speichel oder Nahrung in die Atemwege gelangt.

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