Das „Helm-Museum“ im Keller

150 alte Uniform-Helme aus aller Herren Länder und diverses Zubehör

von Sonja Weichert

Aktuell_Portrait_Ede Wolf_LieblingshelmWer immer schön fleißig die Micky Maus Comic Hefte gelesen hat weiß, dass der böse hinterlistige Wolf darin „Ede“ heißt. Nicht hinterlistig oder gar der „böse Wolf“, aber auch „Ede“, heißt Winfried Wolff, der seinen Spitznamen aus eben diesem Comic bereits mit acht Jahren verpasst bekam.

Es wird kaum einen Rintelner geben, der ihn nicht kennt. Dazu kommt, dass unzählige Nichtschwimmer von ihm ab Anfang der siebziger Jahre dazu gebracht wurden, dem nassen Element die Stirn zu bieten und mit dem Freischwimmer an der Badebekleidung sich zu den Schwimmern zu zählen. Ich gehöre übrigens auch dazu.

Aber nicht von Anfang an war „Ede“ Wolff Schwimmmeistergehilfe. Der gebürtige Rintelner lernte nach dem Besuch der Volksschule erst einmal das Handwerk des Heizungsbauers und in der Freizeit war es die DLRG, die es ihm angetan hatte. Als Inhaber eines Grund- und Leistungsscheines im Rettungsschwimmen fiel der Wechsel in den Badebetrieb dann recht leicht. Mit 28 Jahren begann er bei der Stadt Rinteln im Freibad Deckbergen als Schwimmmeistergehilfe. Im gleichen Jahr noch fand der Wechsel in das neu gebaute Hallenbad nach Steinbergen statt, wo, dank „Ede“, bis zum Jahr 2007 hunderte von Nichtschwimmern auf die Schwimmer-Seite wechselten.

Aktuell_Portrait_Ede Wolf_Auswahl Keller (2)Das verdient schon Anerkennung, was aber das Eigentliche ist, dass „Ede“ Wolff so interessant macht, versteckt sich in diversen Kellerräumen in seinem Haus in der Krankenhäger Straße. Dort liegen schön aufgereiht 150 überwiegend Feuerwehrhelme und diverses Zubehör. Als aktiver Feuerwehrmann wusste „Ede“ natürlich, wie wichtig die Schutzbekleidung im Einsatz ist, aber auch optisch machen so einige Helme schon viel her.

Angefangen hat alles mit einem Lederhelm der Feuerwehr aus dem Bad Pyrmonter Raum um 1890. Diesen Helm bekam Wolff von seinem Arbeitskollegen Armin Schröer und damit ging es mit der Sammelleidenschaft los. Auf dem Flohmarkt Hannover, auch eine der früheren Leidenschaften, entdeckte er dann einen alten Leder-Löscheimer und kaufte ihn. Beim Reinigen des Eimers stellte sich dann heraus, dass dieser sogar aus Rinteln stammte. Und nicht nur das, es war der Löscheimer aus dem Nachbarhaus von „Ede“! Jetzt ging es richtig los und überall wurde Ausschau gehalten nach Uniformteilen. Orden und Ehrenzeichen kamen genauso dazu wie vier alte Uniformen, die aus der Zeit zwischen 1880 und 1900 stammen. Eine davon präsentierte „Ede“ am Tag der Niedersachsen im Jahr 1991, als Gerhard Schröder als Ministerpräsident von Niedersachsen in Rinteln zu Gast war.

Aktuell_Portrait_Ede Wolf_Rauchmaske 1890Dem aber nicht genug. Weitere elf Löscheimer aus Leder und Segeltuch warteten nur darauf, von „Ede“ gefunden zu werden, aber auch Strahlrohre, Äxte und eine deutsche Rauchmaske aus dem Jahr 1890. Das Hauptaugenmerk lag und liegt aber immer auf den Helmen, die aus aller Herren Länder stammen. Selbst Badegäste aus den Zeiten im Steinberger Hallenbad, brachten aus Urlauben alte Stücke aus Südkorea, Thailand, Portugal, der Türkei und Italien mit. Zu finden sind aber auch Helme aus Kanada, Amerika, England, Rumänien, Südkorea, Brasilien, Frankreich, Holland, den Philippinen, Österreich und Ungarn.

Der wohl älteste, schönste und auch liebste Feuerwehrhelm von „Ede“ Wolff ist der Helm, der von einem langen, roten Rosshaar Schweif geziert wird. Dieser Helm wurde im Ulmer Raum um 1877 von einem Kommandanten getragen.

Wer Interesse hat ,sich das „Helm-Museum“ mal anzuschauen und den zahlreichen Geschichten dazu zu lauschen, kann sich gern mit „Ede“ in Verbindung setzen und einen Termin vereinbaren. Aber aufgepasst; wenn die Helme mit ihrem Besitzer einen „Einsatz“ fahren, schnell die Ohren zu halten. Denn ein Blaulicht sowie ein Martinshorn ist zwischen den Helmen genauso zu finden wie eine Holzfigur des heiligen Sankt Florian, dem Schutzpatron der Feuerwehr.

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