Bewährte Therapiemethoden: Der Blutegel – eine alte Therapie neu entdeckt

Von Barbara Wedel, Heilpraktikerin

Seit vielen Jahrtausenden haben sich die Menschen und Tiere die Heilkunst des Blutegels zu Nutze gemacht. Die Blutegeltherapie ist zum Gegenstand moderner Forschung geworden, die längst belegt hat, dass die Heilwirkung dieser Therapie sehr breit gefächert ist.

Gesund & Fit_Wedel_Barbara_PortraitTiere wissen instinktiv um die Heilkraft der Egel. So gehen z.B. Rinder, Wasserbüffel, Schafe und Pferde mit Gelenkproblemen ganz gezielt in Gewässer, in denen Blutegel leben, und warten geduldig, bis die kleinen Helfer sich ihre winzige Mahlzeit holen und zum Dank helfende Sekrete im Körper des Patienten hinterlassen.

In der heutigen Medizin besinnt man sich wieder auf alte Behandlungsweisen. Dazu gehört die Therapie mit medizinischen Blutegeln. Bekannt ist, dass sie unter anderem bei Rheuma und Gicht zu empfehlen ist, außerdem bei chronisch gewordenen Rückenschmerzen, Hörsturz, Blutergüssen, Krampfadern oder Störungen der Durchblutung. Es gibt viele Studien in denen die Wirksamkeit bei Knie-Arthrose belegt werden konnte. In den Untersuchungen wurde festgestellt, dass die betroffenen Patienten sich direkt nach der ersten Behandlung besser bewegen konnten und deutlich weniger Schmerzen hatten.

Gesund & Fit_Wedel_Blutegel_GlasEin Grund für diesen Erfolg sind die Wirkstoffe, die im Speichel des Blutegels enthalten sind. Sie gelangen durch das Saugen in den menschlichen Körper und entfalten ihre mannigfache Wirkung z.B. Durchblutungsförderung, antibiotische Wirkung, Schmerzlinderung oder Reduktion von Entzündungen. Einer dieser Blutegel-Wirkstoffe, das Hirudin, ist ein weltweit anerkanntes Arzneimittel, das bei verschiedenen Blutgerinnungsstörungen, u.a. bei Herzinfarkt, Verwendung findet.

 

Zusammenfassend wirkt die Blutegel-Therapie

  • gerinnungshemmend und ausleitend
  • lymphstrombeschleunigend und entschlackend
  • blutverdünnend und antithrombotisch
  • indirekt immunstärkend
  • gefäßkrampflösend und schmerzstillend

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist die Behandlung mit Blutegeln übrigens weitestgehend schmerzfrei. Der Grund dafür ist, dass der Speichel der Tiere eine Substanz enthält, die wie ein Betäubungsmittel wirkt. Nur der Biss des Tieres kann ein leichtes erstes Brennen hervorrufen, welches aber schnell als sehr angenehm empfunden wird. Dies einzigartige Tier wird heute als Heilmittel und vom Gesetzgeber als Fertigarzneimittel eingestuft. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf seine Wirksamkeit.

Die Egel werden für die Behandlung auf die entsprechende Stelle gesetzt. Dort saugen sie sich fest und verbleiben – je nach Stelle – bis zu 60 Minuten, bevor sie von allein herunterfallen. Die Wunden bluten dann bis zu 12 Stunden nach, so werden Entzündungsstoffe ausgeschwemmt. Innerhalb von einem Tag sind sie aber auch wieder verheilt.

Es gibt viele Anwendungsgebiete für die Blutegeltherapie….

Hier die geläufigsten:

  • Gelenksarthrose: z.B. Knie, Daumensattel, Handgelenk
  • Gelenksentzündung, Rheuma, Arthritis
  • Sehnenscheidenentzündung: Tennisarm, Golferarm, Maus-Hand
  • Bluthochdruck
  • Krampfadern (Varikosis), Besenreißer
  • Hörsturz, Tinnitus
  • Rückenschmerzen, Muskelverspannungen (Myogelosen), Fibromyalgie

 

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