CD-Tipp: Metallica – Hardwired… To Self-Destruct

multi_cd_metallicaAcht Jahre nach ihrem letzten Studioalbum kehren Metallica in diesem Herbst mit ihrem elften Arrangement „Hardwired… To Self- Destruct“ zurück. Der geneigte Fan wird sich nach dieser langen Zeit bestimmt langsam mal fragen, ob Metallica tatsächlich noch der richtigen bzw. einer zeitgemäßen Arbeitsweise nachgehen, wenn sie jahrelang tonnenweise Riff-Fragmente sammeln, aus denen sie irgendwann in ewigen Sessions ein dickes Bündel überlanger Songs zusammenstricken.

Zumindest der neue Stammproduzent und Toningenieur Greg Fieldman (Slipknot, Red Hot Chili Peppers, Slayer, Audioslave) hat den Überblick behalten und den Fokus auf Material und einen Sound gelegt, die an alte Zeiten heranreichen. Eine höhere Messlatte als bei Metallica gibt es im Heavy Metal schließlich kaum noch. Und siehe da: Drummer Lars Ulrich begrüßt die Hörer im Opener „Hardwired“ mit einem knatternden Alu-Stick- und Double-Bass-Gewitter, das endgültig das Geschepper der vorherigen Alben abgelegt hat. Auch der Rest der Rhythmusabteilung ist auf den Punkt am Ball.

Mit „Hardwired… To Self-Destruct“ sind Metallica so gut wie nur irgend möglich in ihren Heimathafen zurückgekehrt. Sie schaffen das Kunststück, immer dann ein paar brillante Ideen aus dem Hut zu zaubern, wenn die Stücke anfangen, etwas ziellos zu werden.

Und dennoch steht am Ende dieses Albums die Frage, ob das Dargebotene wirklich reicht, um die Fans acht Jahre nach dem letzten Studioalbum in Ekstase zu versetzen. In Anbetracht dessen, dass Metallica auf der zweiten CD deutlich spürbar die Luft und die Ideen ausgegangen sind, kann die Antwort nur lauten: Nein! Denn Metallica müssen sich nun mal an ihrem eigenen Schaffen messen lassen.

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