CD-Tipp im März: Scorpions

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Return To Forever

 Sie haben es tatsächlich noch einmal getan. Klaus Meine, Rudolf Schenker, Matthias Jabs, Pawel Maciwoda und James Kottak haben sich ins Studio begeben und ein neues Album produziert. Dabei wollten die Scorpions ursprünglich nur ein paar im Laufe der Jahre gesammelte Archiv-Schätze heben und unters Volk bringen. Doch im Zuge der Sichtung wurden halbfertige Stücke fertiggestellt und neu eingespielt. Dies weckte den alten Songwriting-Hunger bei der Band, sodass am Ende 19 Songs zu Buche standen, von denen 12 auf der Standard-Ausgabe und 16 auf der Deluxe Edition des neuen Albums „Return To Forever“ landeten.

Scorpions-Fans bekommen somit eine Vollbedienung, die aus den typischen Zutaten für klassische Hardrocksongs aus Hannover besteht: Simple Melodien, relativ platte Texte, eine dominant abgemischte Gesangsstimme und Gitarrenriffs, die nie so hart sind, dass damit ein Radioeinsatz verhindert werden könnte.

Mal ehrlich: Das kann es nicht sein! Die Songs vermitteln durchgängig den Eindruck von B-Ware, die gewiss nicht aus Versehen im Archiv verschwunden war. Echte Perlen müssen deshalb mit der Lupe gesucht werden und finden sich in Gänze leider kaum. So gibt es mit den herrlich pathetischen Megaballaden „Eye of the storm“ und „Gypsy life“ nur zwei echte Aha-Effekte in über einer Stunde Spielzeit zu bestaunen, eingehüllt in sehr viel Mittelmaß.

Und trotzdem sind die Scorpions schlaue Hunde! Denn wer einen Titel wie „Gypsy life“ ans Ende des regulären Albums stellt, weiß ganz genau, was er tut. Denn so wird der an sich schwache Eindruck mit einem der besten Songs des Albums tatsächlich leicht verwässert und die Keule wieder zurück in die Schublade gelegt.

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