CD-Tipp im Juni: Sarah Conner – Muttersprache

Multi_CD_MutterspracheEs war ein deutsches Pop-Wunder, als Sarah Connor im Mai 2001 mit ihrer ersten Single „Let’s get back to bed – boy!“ aus dem Stand die europäischen Charts aufrollte und in den folgenden Jahren nicht etwa in der Versenkung verschwand, sondern beharrlich ihre Karriere ausbaute. Fünf Nummer-eins-Singles, mit Platin ausgezeichnete Alben und eine eigene Doku-Soap im Privatfernsehen. Sarah Connor war ein deutscher Superstar, eine Pop-Diva mit international tauglichen Songs und entsprechenden Ansprüchen.

Nach dem „Sexy As Hell“-Longplayer (08/2008) folgte eine erste längere Auszeit, die vom „Real Love“-Album (10/2010) beendet wurde. Zwischenzeitlich hatte Sarah Connor als Jury-Mitglied die ersten drei Staffeln der Castingshow „X Factor“ begleitet (2010-2012) und danach an der TV-Show „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ mitgewirkt.

Ein neues Album ließ allerdings auf sich warten. Dann sickerte durch, dass Sarah Connor (34) zusammen mit dem Rosenstolz-Songwriting- Team Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Daniel Faust an einem deutschsprachigen Comeback-Werk arbeiten würde. Es ist zumindest ein sehr mutiger Schritt. Sie singt nun in ihrer Muttersprache, in der es keine Tabus gibt. Zusammen mit einer inhaltlichen Neuausrichtung, hat sich auch die Musik geändert. Aus R&B, Soul und Dance-Tracks ist klar strukturierter Schlager-Pop geworden.

Sarah Connor stellt ihre Stimme in den Dienst der Texte und verzichtet auf affektiertes großes Kino à la Mariah Carey und Christina Aguilera. Dabei scheint es, als hätte sie schon immer auf Deutsch gesungen. Denn von dem, was sie früher gesungen hat, wird auf „Muttersprache“ – das sich als grundsolides Comeback erweist, mit dem die Sängerin auf einem richtigen Weg ist – nichts vermisst.

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