CD-Tipp im Januar: Diverse Künstler Für Hilde

Multi_CD_Tipp_HildeDie große deutsche Nachkriegsschauspielerin und Sängerin Hildegard Knef wäre am 28. Dezember dieses Jahres 90 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass präsentiert das Plattenlabel Four Music im Vertrieb von Sony Music mit „Für Hilde“ ein Tribute-Album, auf dem eine Vielzahl deutscher Musiker insgesamt 20 Lieder der Knef neu interpretieren. Die Idee hinter diesem Tribute-Sampler ist grundsätzliche eine sehr gute. Denn mit den beteiligten Künstlern aus Pop, R&B, Rock und HipHop besteht die Chance, das Liedgut Hildegard Knefs auch jüngeren Generationen nahezubringen. Damit sind nicht nur die Teens und Twens gemeint, sondern auch Musikhörer, die Hildegard Knef in den späten 90er Jahren noch in Kino- und TV-Produktionen gesehen haben könnten, ohne sich für ihre Musik zu interessieren. Dieses Interesse sollen nun Künstler wie Dendemann, Flo Mega, Bela B, Selig, Clueso, Miss Platnum, Johannes Oerding, Die Fantastischen Vier oder auch Samy Deluxe wecken.

Den künstlerischen Ausgestaltungen sind auf „Für Hilde“ keine Grenzen gesetzt. Egal, ob es sich dabei um dicht am Original befi ndende Interpretationen handelt („Der Mond hatte frei“) oder um Stücke, die bis auf ein paar Samples und die Grundidee komplett autark wirken („Von nun an ging’s bergab“) – sämtliche Gratulanten drücken den Songs ihren Stempel deutlich auf und modernisieren damit das geschichtsträchtige Liedgut auf respektvolle Art und Weise. Als großes Plus erweist sich dazu die stilistische Abwechslung, die „Für Hilde“ in keine Gerne-Ecke drängt und damit besonders den Hörern gefallen dürfte, für die Genre-Schubladen ein Fremdwort darstellen.

So stehen einfühlsame Balladen wie „Ich bin zu müde um schlafen zu gehen“ von Clueso inmitten rockiger Stücke von Selig („Ich hab noch einen Koffer in Berlin“) und Jupiter Jones („Intrigen, Intrigen“), gefolgt von Miezes Elektro-Pop („Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen“), leicht schräger Avantgarde von Bela B und Bonaparte („Wohin ich blicke“) sowie einer progressiv-rockigen Überraschung aus dem Hause Flo Mega („Wieviel Menschen waren glücklich, dass du gelebt?“). Das ergibt unterm Strich eine gelungene Compilation, die zu keiner Zeit Langeweile aufkommen lässt und den Mythos Hildegard Knef ehrfürchtig huldigt.

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