CD-Tipp: BAP – Lebenslänglich

Multi_CD_BapMit „Lebenslänglich“ werden 40 Jahre Bap gefeiert. Welcher Fan möchte da nicht zo Foß op bläcke Fööss noh Kölle jonn?

Als Wolfgang Niedecken (64) vor etwas mehr als zwei Jahren sein weitgehend akustisch gehaltenes Solowerk „Zosamme Alt“ (09/2013) auf den Markt brachte, war dies gleichzeitig auch ein Fingerzeig, wie es in der Zukunft mit der Musik seiner Band Bap weitergehen könnte.

Wolfgang Niedecken schrieb traditionell die Texte, während sich seine Band-Kollegen Ulrich Rode, Anne De Wolff und Michael Nass um die Musik kümmerten und dem neuen Album damit sehr deutlich ihren Stempel aufdrückten. Dabei zog der akustische Sound von „Zosamme Alt“ ebenfalls sehr ausgeprägt in die 16 Songs des mittlerweile 18. Bap-Studioalbums ein, das sich irgendwo zwischen Singer/ Songwriter, Country, Folk und einem minimalen Rest Rock positioniert. Dadurch klingen die Stücke allesamt sehr amerikanisch und über weite Strecken ziemlich getragen und bisweilen melancholisch. Es fällt auf, dass Niedecken im Herbst seiner Karriere immer häufiger zurückblickt und die mehr oder weniger „gute, alte Zeit“ zitiert („Et ess lang her“, „Alles relativ“).

Dazu wurden die Songs so arrangiert, dass eine maximale Nähe zu US-Songwritern wie Bruce Springsteen, Bob Dylan, Tom Petty und Co. entstand, wenn diese ebenfalls akustisch unterwegs sind. Wer es irgendwie nicht mitbekommen haben sollte: Der breitbeinigen Rockmusik der 80er Jahre, mit Klaus „Major“ Heuser an der Gitarre, haben Bap schon vor Ewigkeiten endgültig abgeschworen. Auf „Lebenslänglich“ gehen sie damit wohl so weit wie nie zuvor.

Dazu wird konsequenterweise ein Bob-Dylan-Cover eingestreut („Komisch“), aber nur noch selten gerockt. „Lebenslänglich“ ist ein Album, für das sich der Hörer Zeit nehmen sollte. Nicht, weil es mit 75 Minuten Laufzeit sehr üppig ausgefallen ist, sondern weil es die biografischen Texte („Zeitverschwendung“) und die liebevollen Arrangements („Auszeit“) verdient haben. Zwar haben sich hier und da auch ein paar Längen eingeschlichen, doch die sind in Anbetracht des üppigen Songs-Angebots normal und leicht zu verschmerzen.

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