CD-Kritik im November: Bryan Adams – Get up

Bryan Adams - Get Up

Bryan Adams – Get Up

Bryan Adams (55) ist ein gestandener Musiker mit einer tollen Vita, für den die Musik schon seit längerer Zeit zur Nebensache geworden ist. Seine ganzen Erfolge aus inzwischen 35 Karrierejahren aufzuführen, sparen wir uns und verweisen auf Adams‘ tolle Arbeiten als Fotograf und sein großes soziales Engagement. Ein Blick auf die in den letzten zehn Jahren veröffentlichten Alben verrät dennoch, dass diese offenbar nur noch aus Gewohnheit oder aufgrund bestehender Verträge veröffentlicht wurden. Spannend, mitreißend oder gar originell war keines von ihnen.

Doch sei’s drum. Nun heißt es „Get Up“, produziert von keinem Geringeren als Jeff Lynne. Doch schon die reinen Rumpfdaten lesen sich wie ein schlechter Witz. „Get Up“ ist ein Album, das auf eine peinliche Gesamtlaufzeit von 36 Minuten kommt. Und das auch nur deshalb, weil gleich vier Songs zweimal vorhanden sind. Die Handschrift von Jeff Lynne (67) lässt sich bereits im Opener „You belong to me“ heraushören. Zwar wurden wiederum alle Titel von dem Gespann Bryan Adams und Jim Vallance geschrieben, doch die Spurenelemente von Bands wie ELO und Traveling Wilburys sowie den übrigen, von Lynne produzierten Künstlern sind in diesem Song und im Verlauf des Albums nicht zu überhören. „Get Up“ ist dermaßen von der Handschrift Jeff Lynnes geprägt, dass es fast schon wie eine Hommage klingt. Und scheinbar war es genau das, was Bryan Adams beabsichtigt hatte. Dass von den meisten Songs trotzdem überhaupt nichts hängenbleibt, liegt nicht an der zugegeben guten Produktion von Herrn Lynne sondern an dem austauschbaren Allerwelts-Songwriting. Insgesamt reiht sich dieses Album in das insgesamt schwache Musikbild Bryan Adams aus den vergangenen 10 Jahren ein und macht aufgrund der Lauflänge und doppelten Songs eher den Eindruck einer Mogelpackung.

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