Buch-Tipps im Juni

Von Uta Fahrenkamp, Buch & Wein

 Donna Tartt

 „Der Distelfink“

Goldmann Verlag, geb. € 24,99

31239-9_Tartt_Distelfink_RZ_B.indd Es passiert, als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist. An dem Tag, an dem er mit seiner Mutter ein New Yorker Museum besucht, verändert ein schreckliches Unglück sein Leben für immer. Er verliert sie unter tragischen Umständen und bleibt allein und auf sich gestellt zurück, sein Vater hat ihn schon lange im Stich gelassen. Theo versinkt in tiefer Trauer, die ihn lange nicht mehr loslässt. Auch das Gemälde, das seit dem fatalen Ereignis verbotenerweise in seinem Besitz ist und ihn an seine Mutter erinnert, kann ihm keinen Trost spenden. Ganz im Gegenteil: Mit jedem Jahr, das vergeht, kommt er immer weiter von seinem Weg ab und droht, in kriminelle Kreise abzurutschen. Und das Gemälde, das ihn auf merkwürdige Weise fasziniert, scheint ihn geradezu in eine Welt der Lügen und falschen Entscheidungen zu ziehen, in einen Sog, der ihn unaufhaltsam mit sich reißt …

 

Wallace Stegner

„Die Nacht des Kiebitz“

dtv, Taschenbuch, € 9,90

Multimedia_Buchtipps_KiebietzJoe Allston, Literaturagent im Ruhestand, ist ein Unsentimentaler: Ein Leben lang hat er die Sicherheit ehelicher Stabilität dem Sturm möglicher Leidenschaften vorgezogen. Auch jetzt setzt er dem tendenziell aussichtslosen Unterfangen später erotischer Eskapaden die stoische Haltung des Beobachters entgegen. Ruth will ihn zum Schreiben animieren, doch Allston erinnert sich stattdessen an eine ungelebte Liebe: Die denkwürdigen, mitunter abstrusen Geschehnisse auf einer Jahrzehnte zurückliegenden Reise nach Dänemark lesen sich wie ein Krimi. Gleichzeitig entfaltet sich das subtile Porträt einer Ehe. Eine subtile Ehestudie von einem Großen der amerikanischen Moderne. Hoch raffiniert.

 

Kinderbuch (ab 10 Jahre):

Synne Lea

„Leo und das ganze Glück“

Oetinger Verlag, geb., € 12,95

Multimedia_Buchtipps_LeoDas Glück wohnt im Baumhaus – ein poetisches Kinderbuch für die Seele. Zusammen sind sie am glücklichsten: Der zehnjährige Leo, der unter einem verkürzten Bein leidet, und die gleichaltrige unternehmungslustige Mei. Sie befreit ihn, wenn sein Vater ihn abends mal wieder im dunklen Keller eingesperrt hat, und die beiden verbringen ihre Tage gemeinsam in ihrem geheimen Baumhaus. Die Idylle zerbricht, als Leos Vater das Versteck entdeckt. Leos und Meis Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Eine Geschichte über die tief berührende Freundschaft zweier Kinder, voller Optimismus, über Liebe, Leid und das große Glück. Ein Buch, das an Guus Kuijers „Das Buch von allen Dingen“ erinnert.

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