Arthrose & Arthritis: Was ist was, wie wird es diagnostiziert und was kann man dagegen tun?

Von Tina Manolis, Physiotherapeutin

Heutzutage gibt es Erkrankungen die so häufig auftreten, dass man sie auch mit „Volkskrankheiten“ bezeichnet. Hierzu gehören die unterschiedlichsten Diagnosen. Von Bluthochdruck, über Diabetes mellitus bis zu Rücken- oder Gelenkschmerzen.
Rückenschmerzen oder Gelenkschmerzen im  Allgemeinen können viele verschiedene Ursachen haben. Schmerzen sind keine Frage des Alters. Hier spielt die allgemeine Konstitution, Nebendiagnosen, Fitnesslevel, Ernährung, Psyche, Haltungsschwächen, angeborene oder durch Trauma bedingte Fehlstellungen und viele andere Faktoren eine entscheidende Rolle.
Nicht selten sind Ursachen für Schmerzen im Gelenk eine Entzündung (Arthritis) im Gelenk oder ein dem Alter nicht angemessener Verschleiß (Arthrose). Beide sind einzuordnen als degenerative Gelenkerkrankungen.
Die Arthrose führt häufig zu Anlaufschmerzen bei Betroffenen. Je nachdem welches Gelenk erkrankt ist, muss der Betroffene erst ein paar Schritte gehen, bevor der Schmerz langsam nachlässt. Die Diagnose erfolgt durch eine Befragung des Betroffenen, eine gründliche Funktionsuntersuchung des Gelenkes in alle Bewegungsrichtungen und schlussendlich einem Röntgenbild, um die Vermutung sichtbar zu bestätigen.
Die Therapie ist, je nach Ursache, oft erstmal eine Schmerzbehandlung. Diese kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Zum Beispiel kann der Physiotherapeut ein Gelenk durch Manualtherapie entlasten und somit den Stress auf die umliegenden Strukturen verringern, was zu einer Schmerzlinderung führen kann. Am Verschleiß an sich, kann man mit keiner Therapie außer Gelenkersatz, etwas ändern. Die Behandlung erfolgt immer symptombezogen.
Die Arthritis ist, wie der Name schon erahnen lässt, eine Entzündung des Gelenkes. Im Gegensatz zur Arthrose ist das betroffene Gelenk erwärmt, gerötet und geschwollen. Die Schmerzen bei der Arthritis sind oft deutlich stärker und stechender. Wie auch bei der Arthrose wird die Arthritis nochmals unterteilt: Hier gibt es u.a. die rheumatoide Arthritis, welche nicht durch Bakterien verursacht wird. Zu den nicht bakteriellen Arthritiden gehört ebenso die Arthritis ausgelöst durch Schuppenflechte (Psoriasis) und die Gicht. Neben dem o.g. kann man hier ein Blutbild machen, um den Verdacht zu untermauern. Als Ziel der Therapie steht meist die Schmerzlinderung an erster Stelle. Hier kann ein gezieltes Einsetzen von Cortison ins Gelenk sinnvoll sein. Auch physikalische Anwendungen wie manuelle Therapie oder Krankengymnastik können helfen, den Schmerz in den Griff zu bekommen.
Bei beiden Diagnosen kann es in den schlimmsten Fällen dazu kommen, dass ein neues Gelenk eingesetzt werden muss. Im Vorhinein sollten alle anderen konservativen Methoden allerdings ausgeschöpft worden sein.
Das wichtigste, um Erfolg in der Therapie zu haben, ist natürlich die Motivation des Patienten selber. Behandlungszeiten und Intervalle sind besonders in der physikalischen Therapie durch die Krankenkassen begrenzt. Das bedeutet für den Patienten, er muss selber tätig werden und an der Lösung seines Problems aktiv mitarbeiten. Ob durch Dehnung, Bewegung, richtige Ernährung oder andere Maßnahmen, die Arzt oder Therapeut empfehlen, Einsatz ist gefragt. Ein Gelenk lebt von Zug und Druck, damit es gut ernährt wird mit Gelenkflüssigkeit und so vernünftig arbeiten kann.
Wie bei so vielen anderen Erkrankungen auch, ist Bewegung oft der Schlüssel. Welche Art von Bewegung oder ob auch Kräftigung sinnvoll ist, um ein Gelenk zu stabilisieren, ob sie ihr Ziel durch Eigenübungen oder in der Gruppe besser erreichen, ist individuell. Dabei wird Ihnen ihr Physiotherapeut gerne zur Seite stehen.

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