Anspruchsvolles & vielfältigesTreppendesign: Mehr als die Verbindung zweier Etagen

Die Ansprüche an eine Treppe im Wohnraum gehen weit über die bloße Verbindung zweier Etagen hinaus: Sie ist ein optisch herausragendes Gestaltungselement im Haus und damit Ausdruck des persönlichen Wohnstils. Zugleich soll sie den individuellen Bedürfnissen der Bewohner entsprechen sowie komfortabel und sicher begehbar sein.

Haus- und Wohnungseigentümer, die einen Treppenneubau, oder einen Treppenaustausch planen, sollten sich unbedingt an einen Fachbetrieb wenden. Die Profis beraten nicht nur eingehend zur allen Fragen rund um die Treppengestaltung und setzen die individuellen Vorstellungen ihrer Kunden um, sondern kennen auch die Regeln und Normen, die bei der Konstruktion und beim Bau der Treppen zu berücksichtigen sind.

B & W_Treppen_2_FingerHaus

© BDF / Fingerhaus

Sorgfältige Planung ist die Basis

Platzverhältnisse, Wohnbedürfnisse, Optik, Sicherheit, Komfort, Statik und Normen – all dies ist bei der Planung einer Treppe mit größter Sorgfalt zu berücksichtigen. Besonders wichtig ist auch, dass die Situation vor Ort von einem Fachmann begutachtet wird, damit beim späteren Einbau jedes Detail optimal passt.

Grundsatzentscheidung beim Neubau

Bei der Planung eines mehrgeschossigen Neubaus ist zunächst eine grundsätzliche Entscheidung zu treffen:

Soll die Treppe in den Wohnraum integriert werden, oder ist eine separate Stellung im Flur gewünscht?

Hier sind die Wohnbedürfnisse aller Bewohner zu berücksichtigen. Im Wohnraum platziert, ist die Treppe bei sorgfältiger Auswahl der Materialien ein höchst dekoratives Gestaltungselement, das sich harmonisch in die Einrichtung einfügt und den offenen Wohncharakter unterstreicht. Alles offen bedeutet allerdings auch, dass man die Geräusche des Obergeschosses unten eher hört und umgekehrt. Das Raumklima ist ebenfalls zu beachten, denn die Wärme zieht in die obere Ebene.

Die räumliche Trennung von Treppenaufgang und Wohnraum hingegen schafft mehr Privatsphäre, weil Ober- und Untergeschoss klarer separiert sind. Auch ist es bei späterem Bedarf, wenn die sich die Wohnbedürfnisse ändern, viel einfacher, zwei separate Wohneinheiten zu schaffen.

B & W_Treppen_1_Meisterstück_14

© BDF / Meisterstück

Platzverhältnisse & Raumaufteilung bestimmen die Treppengrundriss-Wahl

Welcher Treppengrundriss gewählt werden kann, hängt maßgeblich vom vorhandenen Platz und der Raumaufteilung ab:

So eignet sich eine geradläufige Treppe hervorragend bei einer großzügigen Flächenplanung. Viertel-, halb- oder zweiviertelgewendelte Treppen hingegen lassen sich prima integrieren, auch wenn weniger Platz zur Verfügung steht. In offenen Wohnbereichen sind Podesttreppen sehr beliebt. Auf Spindeltreppen fällt die Wahl besonders wegen ihrer ausdrucksstarken Bauweise. Als Haupttreppe sind sie allerdings weder Platz sparender noch bequemer als die halbgewendelten Treppen. Gerne wird die Spindeltreppe als Aufgang zu offenen Galerien verwendet. Eindrucksvolle Bogentreppen und ihre extravaganten Sonderformen findet man fast ausschließlich im extravaganten Ausbau von Einfamilienhäusern. Diese Bauweisen sind nach wie vor eine Domäne von Handwerksmeistern, die die Kunst des Treppenbaues vollkommen beherrschen.

Treppenformen

Bei den Grundformen der Treppe gibt es verschiedene Varianten. So können zum Beispiel die Stufen beidseitig zwischen die Wangen, wie die seitlichen Holme genannt werden, eingeschoben werden, oder die Trittstufen liegen auf Tragholmen auf. Eine Version, die besonders bei design-orientieren Bauherren beliebt ist, ist die einseitig angehängte Treppe, deren Stufen oder Traggerüst mit einer Wand oder einer anderen Konstruktion fest verbunden sind. Bei dieser sogenannten Kragarmtreppe „wachsen“ die Stufen förmlich aus der Wand. Die „Faltwerktreppe“ bietet ebenfalls moderne Designmöglichkeiten. Hier sind die Tritt- und die aufrechten Setzstufen scheinbar nahtlos miteinander verbunden.

B & W_Treppen_7_STROEHER

© Deutsche Fliese / Stroeher

Materialvielfalt erfüllte unzählige Designwünsche

Treppen lassen sich in den unterschiedlichsten Materialien und Materialkombinationen realisieren:

Holztreppen vermitteln Behaglichkeit

Holz vermittelt in der Wohnraumgestaltung Natürlichkeit, Wärme und Behaglichkeit. Dazu bietet es eine große Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten und lässt sich an jeden Wohnstil anpassen. Bevorzugte Hölzer, insbesondere für die Trittstufen, sind neben der deutschen Eiche und Kernbuche auch amerikanischer Nußbaum und Ahorn. Die sichtbaren Jahresringe und die ausgeprägte Maserung verleihen diesen Holzarten ihren eigenständigen Charakter.

Strapazierfähige Stein- und Fliesentreppen

Naturstein, Marmor und Granit sind strapazierfähigste Baumaterialien und daher als Treppenbelag sehr gut geeignet. Für Steintreppen spricht auch, dass sie fugenlos und pfl egeleicht sind. Bei Fliesentreppen ist die Stufenoberseite gefliest, oft auch die Setzstufe. Als Unterkonstruktion wird fast ausschließlich Beton verwendet, gelegentlich auch Stahl oder Holz. Die immense Auswahl an Naturstein-Belägen und Fliesen ermöglicht die gestalterische Anpassung an jeden Wohnstil.

Robuste Betontreppen

Da Betontreppen heute kaum noch vor Ort gegossen, sondern in den meisten Fällen aus Fertigteilen zusammengesetzt werden, ist der Einbau innerhalb relativ kurzer Zeit erledigt. Als Belag können die verschiedensten Materialien verwendet werden: Holz, Naturstein oder Fliesen genauso wie PVC, Teppich oder Linoleum. Aus Beton können zwar viele unterschiedliche Treppengrundrisse realisiert werden, doch filigrane Lösungen sind mit diesem Werkstoff kaum zu erzielen. Insofern eignen sich die strapazierfähigen Treppen aus Beton im Innenraum eher für große, offene Bereiche.

Innovative Glastreppen

Ganzglastreppen bestechen durch optische Leichtigkeit und Eleganz, sind aber im privaten Wohnbereich eher selten zu finden. Treppen, bei denen sowohl Geländer und Stufen aus Glaselementen bestehen, stellen sehr hohe Ansprüche an die Statik. Um eine schwingungsfreie Konstruktion zu gewährleisten ist viel Erfahrung im Umgang mit den Materialien notwendig. Großen Gestaltungsfreiraum bieten Kombinationen aus Glas und Edelstahl.

Vielseitiger Werkstoff Stahl

Mit Stahl lassen sich jegliche Formen und Arten von Treppen herstellen. Aufgrund seines geringen Gewichts und der hohen Festigkeit erlaubt das Material auch filigrane Konstruktionen. Stahltreppen werden ähnlich wie Holztreppen als eingeschobene oder aufgesattelte Treppen konstruiert. Dabei kommen unterschiedliche Stahlprofi le als Holme oder Wangen zum Einsatz, z.B. Hohlprofi le, Profilstahl oder Flachstahl. Als Stufen dienen unterschiedliche Materialien, z.B. Naturstein, Beton, Werksteine, Holz, Glas oder auch strukturierte Bleche.

Treppenbeleuchtung schafft Atmosphäre & Sicherheit

Lichtquellen an der Treppe oder in deren Umfeld sorgen für stimmungsvolle Akzente. Vielmehr jedoch erhöhen sie die Sicherheit beim Gehen, wenn das Tageslicht bzw. die Wand- oder Deckenbeleuchtung nicht ausreicht. Sparsame LED- Technik kombiniert mit modernen Steuerungssystemen wie Tageslicht- und Bewegungsmelder sorgen heutzutage für eine komfortable und zugleich wirkungsvolle Treppenbeleuchtung.

Fazit

Bei der Umsetzung von individuellen Vorstellungen und Wünschen sind der Gestaltungsvielfalt kaum Grenzen gesetzt. Die Fachleute im Treppenbau sind in der Lage, die optimal passende Lösung für jede Wohnsituation, jeden Einrichtungsstil und schließlich auch für jedes Baubudget zu entwickeln.

Über den Autor