Aktiv in Bewegung kommen! Aber wie?

Gesund&Fit_von Pogrell_Aktiv in Bewegung kommenvon Dr. phil. Lorenz von Pogrell

Bewegung gehört zur Entwicklung des Menschen schon von Beginn an – ob auf vier Füßen oder beim Gang auf zwei Beinen, der es den Händen ermöglicht, Dinge zu gebrauchen. Manche meinen allerdings, der Mensch, insbesondere in der Ersten Welt, entwickle sich so weiter:

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Wer sich nicht bewegt, wird schneller alt

Welche Folgen ein Mangel an körperlicher Aktivität nach sich zieht, das kennt jeder auch in jungen Jahren aus eigener Erfahrung, der etwa durch eine Erkrankung dazu gezwungen ist, für längere Zeit das Bett zu hüten. Schon allein aufzustehen, eine Treppe hinauf zu steigen, kann dann zu einer echten Herausforderung werden. Aber auch im Lauf des Älterwerden, bereits ab etwa Mitte Zwanzig, verlieren wir ohne unser Zutun Muskelkraft und Beweglichkeit, quasi ganz von allein. Unsere Muskeln wollen also genutzt werden, damit sie uns kraftvoll und ausdauernd dienen können.

Wer fit ist, bleibt klug

Die Wirkung körperlicher Aktivität ist dabei nicht auf den Erhalt von Kraft und Ausdauer der Muskeln beschränkt. Vielmehr hat sie eine unmittelbar positive Wirkung auf unseren gesamten Organismus. Da ist zum einen das Körperliche: Aufbau und Erhalt der Muskulatur, Kräftigung des Herz-Kreislaufsystems und der Lungenfunktion, Stärkung des Immunsystems, Förderung des Stoffwechsels. Sport zu treiben verringert deutlich das Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden oder an Bluthochdruck oder Diabetes zu erkranken. Ebenso wichtig ist Bewegung aber auch für die Psyche: Auch auf das Fühlen und Denken, die kognitiven Fähigkeiten, wie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Orientierung, Erinnerung, Kreativität, Lernen, Problemlösen, Planen u.a. hat körperliche Aktivität wesentlichen Einfluss. Körperlich aktiv zu sein, verbessert den Stressabbau; sogar Depressionen können gemindert werden.

All dies ist längst kein Geheimnis. Nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts zu der Frage, wie aktiv die Deutschen sind, achtet rund ein Drittel der Männer und der Frauen auf ausreichende Bewegung. Die Hälfte treibt regelmäßig mindestens rund eine Stunde Sport pro Woche. Wenn auch nur ein Fünftel der Befragten die empfohlenen 2,5 Stunden pro Woche aktiv ist, so ist doch der Anteil der sportlich Aktiven in den letzten Jahren gestiegen. Hat also die Aufklärungsarbeit der zuständigen Institutionen und Verbände Erfolg gehabt?

Jedes Jahr pünktlich zu Neujahr und in den Januar hinein sieht es so aus, wenn es darum geht, die Top-Favoriten unter den guten Vorsätzen – größere Fitness und Gewichtsabnahme – zu realisieren. Doch viel zu häufig scheitert leider die Verwirklichung der guten Vorsätze daran, dass sich allzu bald – oft schon zu Ostern – wieder der Alltag oder auch die alten Gewohnheiten Bahn brechen.

Wie kann es also gelingen, den guten Vorsatz, körperlich aktiv zu sein, anhaltend in die Form einer guten Gewohnheit zu bringen? Gerade zu Beginn sollten Aktivitäten gewählt werden, die der körperlichen Leistungsfähigkeit entsprechen. Ein Checkup beim Hausarzt hilft, hier die richtige Selbsteinschätzung zu finden!

Die körperliche Aktivitäten sollten Gewohnheit des persönlichen Alltags werden bzw. sein, nicht so sehr ein „Extra“, für das besondere Zeit aufzubringen ist. So bietet es sich an, Abläufe durch solche mit eigener körperlicher Aktivität zu ersetzen: Wo möglich die Treppe gegen den Fahrstuhl oder das Fahrrad gegen das Auto einzutauschen, oder den Hund selbst auszuführen.

Dabei kann der Einstieg auch ganz moderat sein – das verschafft Ihnen das gute Gefühl, dass Ihnen auch gelingt, was Sie sich vornehmen! Und das lässt sich dann ja auch ohne weiteres steigern …

Also: Aktiv in Bewegung kommen? Aber ja! Sie tun sich damit selbst etwas Gutes.

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