Aktionsprogramm gegen „…wir werden älter und weniger“

Linda Kristin Ruppel kümmert sich als Demografiebeauftragte um die Zukunft der Stadt.

Von Sonja Weichert

Aktuell_Portrait_Ruppel 1Statistisch ist es so, dass die in Rinteln lebenden Menschen im Alter zwischen 40 und 64 Jahren mit 38 Prozent die größte Gruppe der Einwohner stellen. Die kleinste Gruppe sind mit elf Prozent die jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren (Stand der letzten Berechnung Dezember 2013). Dass der demografische Wandel auch an Rinteln nicht vorbeigeht, zeigt nicht nur die Altersstruktur der etwa 27.000 Einwohner Rintelns, sondern auch die Anzahl, die sich seit 1997 um gut 2.000 Einwohner verringert hat.

Um Wege zu finden und auszubauen, dem entgegen zu wirken und bessere Möglichkeiten für Jung und Alt zu schaffen, beschäftigt die Stadt Rinteln Linda Ruppel seit Oktober letzten Jahres als Demografiebeauftragte. Als Bindeglied zwischen Verwaltung und Institutionen beobachtet sie den demografischen Wandel in Rinteln, sensibilisiert die Bürger, schafft mit Akteuren eine Vernetzung und sucht Wege zu finden zum Umgang mit Veränderungen und sie dann in der Umsetzung zu begleiten. Dazu hat Linda Ruppel nach einer umfassenden Datenerfassung den Handlungsbedarf zusammengetragen und vier Themen – mit der sich die Stadt intensiv auseinandersetzen muss – zusammengetragen. Neben „Wohnen und Arbeiten in Rinteln“ ist eines der wichtigen Themen das Alt werden und die Gemeinschaft in der Stadt. Dazu steht sie stetig im Austausch mit dem Bürgermeister.

Aktuell_Portrait_Ruppel 2Die Stärkung aller Ortsteile wurde mit Ortsgesprächen und wird mit Zukunftswerkstätten sowie einem regelmäßigen Austausch als Ideengeber zur Selbsthilfe unterstützt. Bei der Frage des Altwerdens ist Demenz ein großes Thema. Mit einem Runden Tisch „Demenz“ mit pflegenden- und helfenden Organisationen, Aufbau eines Netzwerkes und einer 16seitigen Infobroschüre werden Angebote und Informationen gebündelt. Einen weiteren Runden Tisch gab es bereits mit Haus- und Fachärzten und einer mit den Pastoren folgt.

Unterstützend begleitet wird von der Demografiebeauftragten auch der Lieferservice von Anbietern des täglichen Bedarfes mit einer Broschüre für mobil eingeschränkte Bürgerinnen und Bürger, die sich die Waren nach der Bestellung anliefern lassen können. Eine Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Sport der Rintelner Sportvereine und dem Baudezernat ist ebenso wichtig, wie Projekte im Austausch zwischen Jung und Alt. Als erstes Projekt gab es bereits zum Thema „Rücksichtnahme in der Fußgängerzone“ eine Aktion von Senioren-/Behindertenbeirat und Schülerinnen und Schülern. Ein weiteres Projekt ist das nachbarschaftliche Wohnen. Auch dazu wurde aktuell ein Flyer erstellt, der durch die Suche nach geeigneten Immobilien und Kontakten von ihr unterstützt wird.

Aktuell_Portrait_Ruppel 3Als Prognose für Rinteln sieht Linda Ruppel die Stadt auf einem guten Weg zu einer positiven Entwicklung und sieht Chancen bei der Ansiedlung von Neubürgern. Da wird es als weiteres Projekt eine Befragung geben, um Stärken und Schwächen der Stadt abzuwägen und eine Verwurzelung zu schaffen. Als Projekt-Idee sieht sie auch die Stärkung der Schüler und Azubis, um sie fi t für den Arbeitsmarkt zu machen. So könnte dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und neue Menschen in die Stadt gezogen werden. Der Kern ihrer Arbeit ist hierbei die frühzeitige Zusammenführung von Schülern und Unternehmen.

Als weitere Ziele setzt sich die Demografiebeauftragte die Schaffung und Sicherung eines langen selbstbestimmten und glücklichen Lebens in Rinteln, Mobilität, Erhaltung der hausärztlichen Versorgung und Angebote für geistige und körperliche Fitness.

Die 28jährige Demografiebeauftragte studierte nach einer Ausbildung zur Industriekauffrau an der Universität Bielefeld Sozialwissenschaften/ Erziehungswissenschaften (Bachelor of Arts) sowie Soziologie mit dem Master als Abschluss, Schwerpunkten Organisation und Verwaltung. Sie lebt selbst mit mehreren Generationen unter einem Dach und wenn sie sich nicht um die Zukunft Rintelns kümmert, kocht sie gerne und hält sich mit Sport körperlich fit.

Immer für Ideen und Gespräche mit den Rintelnern offen, findet man Linda Kristin Ruppel in der Klosterstraße 20 und kann telefonisch (05751/403118) auch gerne einen Termin vereinbaren.

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